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Entsetzen auch in Schaumburg

Reaktionen auf den Brandanschlag in Salzhemmendorf Entsetzen auch in Schaumburg

Der Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft im benachbarten Landkreis Hameln-Pyrmont sorgt auch in Schaumburg für Entsetzen. Landrat Jörg Farr sprach am Freitag von einer „feigen und perfiden Tat“.

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Bürger Salzhemmendorfs zeigen sich spontan solidarisch mit den Flüchtlingen in ihrer Gemeinde.

Quelle: pr.

Landkreis/Salzhemmendorf. „Was sind das nur für Menschen, die Anschläge auf Menschen ausüben, die nach langer, harter und gefährlicher Flucht einfach nur Schutz bei uns suchen?“, sagte Farr. Zu Recht ermittelten Polizei und Staatsanwaltschaft wegen eines schweren Verbrechens. Mit Blick auch auf ein einen Tag älteres Vorkommnis in Schaumburg, bei dem Männer sich mit Knüppeln vor einer Flüchtlingsunterkunft postiert hatten, forderte Farr: „Wir müssen insgesamt immer wachsam sein, wir müssen viel aufklären und ins Gespräch kommen.“ Und: „Solchem menschenverachtenden Verhalten müssen wir alle entschieden entgegentreten.“

31 der 40 im Haus lebenden Menschen sind Asylsuchende. Die Salzhemmendorfer zeigten gestern Solidarität mit den Opfern. Der stellvertretende Ortsbürgermeister Karsten Appold nahm die vierköpfige Familie aus der in Brand gesetzten Wohnung bei sich auf. Ein Bürger kaufte Kuchen für die Flüchtlinge, die Bäckerei spendete spontan einen Tret-Roller für die Kinder in der Unterkunft. Am späten Freitagnachmittag gab es eine Demonstration: Rund 2000 Teilnehmer zogen unter dem Motto „Gute Nachbarschaft“ durch Salzhemmendorf.
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil traf sich im Rathaus mit Bürgermeister Clemens Pommerening und der betroffenen Familie. „Die Familie hat in ihrer Heimat schlimmste Gewalt erlebt“, sagte Weil danach gegenüber der Presse. Es sei „tief beschämend“, dass sie nun neue Gewalt habe erleben müssen – eine „abscheuliche Tat“.

Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels (SPD) nannte den organisatorischen und finanziellen Aufwand bei der Aufnahme von Flüchtlingen „jämmerlich“ und „lächerlich“. Eine Volkswirtschaft wie die der Bundesrepublik könnte dies „ohne große Blessuren wegstecken“.

Ralf Leopold, Leiter der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden erklärte, es gebe „keine Hinweise auf eine gefestigte rechte Szene“. In den vergangenen drei Jahren habe es im Landkreis nur Einzelfälle gegeben von Hakenkreuz-Schmierereien, rechten Aussagen und „Sieg Heil“-Rufen.

Dem Vernehmen nach fehlte der Polizei Hameln-Holzminden bisher eine vollständige Liste der Unterkünfte von Asylbewerbern. So können Notrufe eventuell nicht richtig zugeordnet werden. Die Schaumburger Kreisverwaltung hat eine solche Liste schon vor längerer Zeit bei der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg eingereicht (wir berichteten). Das soll nun in Hameln-Pyrmont nachgeholt werden. 

fn, as, vin, jcp

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