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Ermittlungen vor dem Abschluss

Landkreis / EWR-Pleite Ermittlungen vor dem Abschluss

Es geht um Untreue, Betrug, Insolvenzverschleppung und Subventionsbetrug: Mindestens 14 Millionen Euro hat die seit zwei Jahren insolvente Erlebniswelt Renaissance GmbH (EWR) verschlungen – nach jahrelangen Ermittlungen der Polizei wird jetzt deutlich, wer die Verantwortlichen für die Riesenpleite sind.

Landkreis (r). Schwere Vorwürfe werden unter anderem gegen die früheren Aufsichtsratsvorsitzenden Hans Jürgen Krauß und Rüdiger Butte (SPD), Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont, erhoben. Butte, ehemaliger Direktor des Landeskriminalamtes (LKA) Niedersachsen, bewirbt sich bei den Kommunalwahlen am 11. September um die zweite Amtszeit als Landrat. 


Das LKA untersucht im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hannover den Fall EWR. Anhand des Berichts der Ermittler, der den „Schaumburger Nachrichten“ vorliegt, lässt sich erstmals detailliert belegen, wie der Generalunternehmer, die „media ateliers köln“ (m.a.k.), die EWR ausplünderte. m.a.k.-Inhaber Michael Smit hatte mit Thomas Gersmeier einen Mitarbeiter in die EWR-GmbH geschleust. Zwei Jahre lang fungierte Gersmeier sogar als Geschäftsführer. Rechnungen der m.a.k. „wurden von Gersmeier durchgewinkt“, so das LKA, selbst wenn die m.a.k. gar keine Gegenleistung erbracht hatte.


Funktionieren konnte das alles nur, weil die EWR-Geschäftsführer vom Aufsichtsrat des Unternehmens kaum kontrolliert wurden. Das Kontrollgremium trage einen „großen Teil der Verantwortung auch für das strafrechtlich relevante Verhalten der jeweiligen Geschäftsführer“, heißt es im LKA-Bericht. Zunächst leitete Hans Jürgen Krauß das Kontrollgremium. Krauß hatte als Oberkreisdirektor von Hameln-Pyrmont das Projekt einst mit großem Engagement angeschoben.

Als sein Nachfolger an der Spitze des Aufsichtsrats amtierte dann von 2005 bis 2009 Rüdiger Butte. 
Grundgedanke der EWR war ein touristisches Gesamtkonzept für die Bauten der Weserrenanissance in den Landkreisen Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg. Mit sogenannten eGuidern, tragbaren Minicomputern, sollten Besucher zu den Attraktionen geleitet und dort mit Informationen versorgt werden.

Die Technik funktionierte aber nie. Das Hochzeitshaus in Hameln, Vorzeigeprojekt der Erlebniswelt, ist seit 2007 geschlossen. Der Schaden, den das EWR-Intermezzo angerichtet hat, ist so groß, dass die weitere Nutzung des Gebäudes nicht absehbar ist.

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