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Aus dem Landkreis Erneut mehr Unterrichtsstunden
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Erneut mehr Unterrichtsstunden
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00:19 12.01.2018
Mehr Unterrichtsstunden erteilt bei sinkenden Teilnehmerzahlen: Die Tendenz ist deutlich für die Volkshochschule. Diese Änderung liege jedoch vor allem an dem Angebot für Geflüchtete. Quelle: mld
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Dies liegt an dem veränderten Angebot, erläutert Verwaltungsleiterin Ilka Jentsch. Mittlerweile gebe es deutlich mehr Inhalte für Geflüchtete – und so kämen auf einen Teilnehmer viele Unterrichtsstunden. In die Zahl der abgehaltenen Unterrichtseinheiten fließen auch Sprachkurse oder Maßnahmen von Lernförderung oder Jobcenter mit ein.

 Angebote für Geflüchtete seien inzwischen ein „Schwerpunkt der VHS“, erläuterte Kreisrätin Katharina Augath. Mit den steigenden Flüchtlingszahlen sei auch der Bedarf an der Vermittlung von deutschen Sprachkenntnissen gestiegen – dies habe 2015 „zu erheblichen Anstrengungen geführt, möglichst schnell ein Angebot von Deutschkursen“ einzurichten. Dieses wurde 2016 weiter ausgebaut. Mit mehr Unterrichtseinheiten erhält die VHS mehr Zuweisungen des Landes und des Bamf (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge). Gleichzeitig steigen die Ausgaben wegen höherer Personalkosten. Gab es im Jahr 2015 noch sieben Bamf-Integrationskurse, werden es in diesem Jahr 16 sein. Im selben Jahr wurden zwölf Sprachkurse vom Land gefördert, inzwischen sind es 24.

 Durchgeführt wurden 2016 rund 6100 Unterrichtseinheiten an Integrationskursen und Alphabetisierungskursen – gefördert durch das Bamf – sowie rund 7200 Unterrichtseinheiten Deutschkurse für Geflüchtete, gefördert durch das Land.

 Unabhängig davon hat es außerdem 55 Realschulabschlüsse sowie zehn Hauptschulabschlüsse über den zweiten Bildungsweg gegeben. Mehr als 450 Schüler wurden 2016 gefördert, um Lerndefizite auszugleichen. Mehr als 1500 Personen wurden im Antragsservice unterstützt, knapp 600 im Bewerbungscenter. Über 80 Veranstaltungen der Wirtschaftsakademie fanden statt.

Kein großes Plus in Sicht

 Das VHS-Haushaltsjahr 2016 endet überraschend positiv mit einem Überschuss von mehr als einer Million Euro. Dies sei jedoch ein „einmaliger Effekt“, so Jentsch, der darauf beruhe, dass der Landkreis Verlustausgleichszahlungen für die Jahre 2012 bis 2014 vorgenommen hat. Künftig werde jedoch jeweils der Fehlbetrag des Vorvorjahres ausgeglichen, also 2018 für 2016. Außerdem habe die VHS einen hohen Anteil an Fördergeldern bekommen, um schnell auf den Zustrom an Geflüchteten reagieren zu können. Ohne Verlustausgleichszahlungen des Landkreises weise die Volkshochschule einen Nettofehlbetrag für 2016 in Höhe von etwa 228387 aus.

 „Eine der besten der letzten Jahre“, so Jentsch. Ein Jahr zuvor hatte der Fehlbetrag noch bei rund 454.000 Euro gelegen. Mit solch positiven Zahlen sei nicht mehr zu rechnen, so Jentsch. Es sei ein „steter Kampf“, den Nettofehlbetrag klein zu halten, so Augath. „Was die VHS tut, kostet nun einmal Geld“, so Klaus-Dieter Drewes (CDU). Die VHS werde nie mit einem großen Plus abschließen.

 Für das Haushaltsjahr 2018 ist ein Fehlbetrag inklusive Verlustausgleichszahlung von über 370.000 Euro vorgesehen. Mittel aus Förderprogrammen sind hier noch nicht einkalkuliert. Außerdem sind Sanierungskosten eingeplant: In Rinteln sollen die Heizkörper erneuert werden. mld

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