Landkreis (jpw). „Er ist ein brillantes Multitalent“, urteilte die Jury, besetzt mit Achim Frenz (Caricatura Frankfurt), Martin Sonntag, (Caricatura Kassel) und Christoph Oppermann (Schaumburger Nachrichten). Er sei Maler, Zeichner, Objektkünstler, Autor, Filmemacher, Hörbuchsprecher, Songschreiber und Musiker, hieß es weiter zur Begründung.
Kahl habe nicht nur den Begriff der Komik, sondern auch der Kunst neu definiert. Als Entwickler und Avangardist erschaffe er neue Welten.
Um den vielen Facetten Kahls gerecht zu werden, wurden gleich zwei Laudatoren gebeten. Er sei „nur für den Strich“, also nur für den Zeichner Ernst Kahl zuständig, bekannte der erste Lobredner, F.W. Bernstein – selbst Busch-Preisträger.
Kahl wolle nicht nur zeichnen, sondern er wolle ein Geschichte erzählen“, schilderte Bernstein. Kahl selbst habe den „unbeholfenen Strich“ als Technik damit begründet, drastische Botschaften besser transportieren zu können, mit dem feinen Strich würden keine Brüche sichtbar und er sei der erste gewesen, der „Cartoons auch in Öl gemalt habe“.
„Für Ernst Kahl fängt der Spaß an, wo er für andere an sich aufhört“, skizzierte Kollege Wiglaf Droste das Oevre des Preisträgers als Satiriker und Profi. Er sei ein „zurückhaltender und stiller Provokateur“.
Als „im besten Sinne ein Wilhelm Buscher“ bezeichnete der Moderator des Abends, der Mindener Kabarettist Bernd Gieseking, den aus dem deutsch-dänischen Grenzgebiet stammenden Preisträger.
Filmausschnitte, Zeichnungen und zwei Kurzfilme von Kahl flimmerten über die Leinwand, um dem Publikum einen Eindruck in die „unheimliche Breite des Schaffens“ (Gieseking) von Kahl zu vermitteln.
Kahl rezitierte zunächst im Gedenken an seinen jüngst gestorbenen Pudel „Manfred“ „der schönste Hund im Rudel, das ist und bleibt der Pudel“ und verabschiedete sich schließlich mit einem Dank und Trost an das Publikum: „Nein Folks, ihr seit nicht allein im Saal. Ihr habt einen Freund, und der heißt Ernst Kahl.“
Den Förderpreis für humoristische und satirische Versdichtung bekamen Barbara Bürger, Antje Mesdag und Fritz Hans Rückel. Er ist mit 1500 Euro dotiert. „Vielleicht ist das“, so hoffte Friedhelm Sölter als Sprecher der Jury, „auch einmal ein Durchgang für den großen Wilhelm-Busch-Preis“.
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