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Erntebeginn im Kreis

Kreislandwirt sieht angespannte Lage Erntebeginn im Kreis

Auch in Schaumburg ziehen die Landwirte in diesen Tagen wieder mit ihren Maschinen auf die Felder und beginnen, das Wintergetreide einzufahren. Die Begeisterung hält sich dabei in Grenzen.

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Quelle: dpa

LANDKREIS. „Die Bestände sehen zwar gut aus, aber die Erträge sind nicht so gut wie erhofft“, beschreibt Cord Lattwesen den Beginn der Ernte im Schaumburger Land. Der Kreislandwirt schränkt diese Einschätzung allerdings ein. Es sei schwierig, gleich zu Beginn der Saison eine Prognose abzugeben. Eines sei aber bereits klar: „Die Preisaussichten treiben den Landwirten Sorgenfalten auf die Stirn.“

Der Druck, der momentan auf den Agrarmärkten im Allgemeinen liegt, mache den Getreidebauern zu schaffen, erzählt Landwirt Karl-Friedrich Meyer, stellvertretender Vorsitzender im Bauernverband Weserbergland. Mit Beginn der Ernte seien sie erneut gefallen. Erzielten 100 Kilogramm Winterweizen 2015 noch 19 Euro, liege dieser Preis in diesem Jahr nur zwischen 13 und 14 Euro. Das entspricht einem Minus von rund 50 Euro pro Tonne im Vergleich zum Vorjahr. Bei den anderen Getreidesorten sowie beim Raps sehe der Trend ähnlich aus. Der Schaumburger Lattwesen bestätigt das und verweist auf die zunehmend ernste Situation der Landwirte: „Die Lage ist durchaus angespannt.“

Laut Werner Hilse, Präsident des Landvolks Niedersachsen, des Landesbauernverbandes und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, sind die aktuellen Preise nicht rentabel. Er hoffe jedoch auf eine hohe Nachfrage der Verarbeitungsunternehmen, die aufgrund der instabilen Marktsituation keine Getreidevorräte angelegt hätten. Vor diesem Hintergrund weist Hilse Landwirte darauf hin, den Markt aufmerksam zu beobachten, um Verkaufschancen rasch wahrnehmen zu können.

Auch im Weserbergland hat die Ernte des Wintergetreides begonnen

Die Gesamternte des Landes wird auf etwa 6,8 Millionen Tonnen geschätzt. Dieser Wert entspricht dem Ertrag des vergangenen Jahres. „Die allgemeinen Ertragsaussichten sind gut“, schätzt Friedhelm Stock, Geschäftsführer des Bauernverbandes Weserbergland des Landvolkes Niedersachsen, die Saison ein, und zeigt sich damit optimistischer als der Schaumburger Chef-Landwirt Lattwesen.

Der Verein, der mehr als 2200 Mitglieder fasst, ist eine agrarpolitische Interessenvertretung der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes in den Landkreisen Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg. Zu den positiven Aussichten habe gutes Wetter mit ausreichend Sonne und Regen geführt, fährt Stock fort. Der tatsächliche Ertrag ließe sich momentan jedoch nur schätzen. Das Getreide sehe gut aus, eine genaue Bilanz könne naturgemäß aber erst nach dem Ende der Ernte gezogen werden. „Eine normale bis gute Ernte ist zu erwarten“, sagt Stock. Auch Hilse spricht von einer leicht überdurchschnittlichen Ertragserwartung. Allerdings weist Landwirt Lattwesen auf den Winter hin, von dem das Land „komplett verschont“ wurde. Pilze und Krankheiten an den Pflanzen hätten deshalb verstärkt behandelt werden müssen.

Begonnen wurde mit der Gerstenernte, sie laufe seit etwa einer Woche, sagt Meyer. In den nächsten Tagen beginne die Rapsernte, daran schließe sich später die Weizenernte an. Auch hier rechnet Meyer mit mittleren Erträgen – jedenfalls, wenn keine schweren Unwetter mehr dazwischenkommen. Denn je feuchter das Getreide bei der Einfuhr ist, desto höhere Trocknungskosten entstehen. Die Bauern hoffen daher nun auf Sonnenschein in den kommenden Wochen.

„Wir müssen die Tage mit gutem Wetter ausnutzen“, betont Meyer und bittet die Bürger um Verständnis, sollten sich die Erntearbeiten bis in die Abendstunden ziehen und die Mähdrescher noch zu späterer Stunde bei der Arbeit sein. Zudem weist er Verkehrsteilnehmer darauf hin, auf Erntefahrzeuge zu achten, die verstärkt auf den Straßen unterwegs sind beziehungsweise von den Feldwegen kommen oder in sie einbiegen. Diese seien mitunter stark ausladend, voll bepackt sowie sehr lang und breit. jl/vr

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