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Erst rote Zahlen, dann Rückzug

Landkreis / Scheitern Erst rote Zahlen, dann Rückzug

Alfeld im Landkreis Hildesheim: Kommunen und Diakonie betreiben zusammen ein Krankenhaus. Das Projekt mündet im wirtschaftlichen Desaster. Vehlen im Landkreis Schaumburg: Kommune und Diakonie wollen zusammen ein Klinikum betreiben. Die Turbulenzen, in die das Vehlener Projekt in diesem Jahr geraten ist, haben viel mit dem Alfelder Desaster zu tun.

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Das Krankenhaus in Alfeld.

Quelle: pr.

Landkreis (ab). Die Ursprünge des Krankenhauses Alfeld liegen in einem Weltkriegs-Lazarett. Vor einigen Jahren wurde es seinerseits zum Pflegefall, als „pro Diako“ (68 Prozent) sowie die Stadt Alfeld und der Landkreis Hildesheim (zusammen 32 Prozent) das Sagen hatten. Dass dieses Konstrukt nicht funktionierte, wurde im Frühjahr 2010 für alle sichtbar, als die Liquidität des Wirtschaftsbetriebs namens Krankenhaus Alfeld bedroht war. Die Gesellschafter mussten 1,6 Millionen Euro aufbringen, damit das Haus zahlungsfähig bleibt. Die entnervten Politiker in Alfeld und Hildesheim beschlossen, das Krankenhaus zu privatisieren. Seit dem 1. Juli 2010 gehört es zum „Ameos“-Konzern.

Warum hat es mit der Kommune-Diakonie-Kombi nicht geklappt? Die „pro Diako“, die ihr Stammhaus in Rotenburg (Wümme) hat, segelte seinerzeit stramm auf Expansions-Kurs. Die Idee war, sich nicht nur an einzelnen Häusern zu beteiligen, sondern Verbünde zu schaffen. Die „Alfelder Zeitung“ zitierte damals eine „pro-Diako“-Sprecherin so: Es hätten „in der Region die Partner gefehlt“. In Alfeld und Hildesheim lassen sich aber durchaus Politiker auftreiben, die eine schlichtere Begründung für die schlimme Entwicklung haben: „Die Manager, die ,pro Diako‘ uns geschickt hat, waren unfähig“, sagt einer. Zitieren lassen will sich niemand. Alle sind sie froh, dass die Privatisierung die Lage beruhigt hat.

Die tiefroten Zahlen aus Alfeld brachten den gesamten „pro-Diako“-Konzern ins Wackeln. 2009 und 2010 häufte er ein Minus von zusammen fast vier Millionen Euro an. „pro-Diako“-Geschäftsführer Heinz Kölking machte im Gespräch mit dieser Zeitung vor allem das Ergebnis des Standorts Alfeld für diesen Durchhänger verantwortlich. Kölking zog die Notbremse. Seitdem konzentriert sich „pro Diako“ darauf, das Stammhaus in Rotenburg abzusichern und zu stärken.

Hier schließt sich der Kreis: Dass „pro Diako“ zum Rückzug blies, gefährdete auch das Projekt Gesamtklinikum Schaumburger Land. Gerettet wurde es dadurch, dass „Agaplesion“ bei „pro Diako“ einstieg.

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