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Erster unter Gleichen

Hahne wird verabschiedet Erster unter Gleichen

Bei der Sparkasse Schaumburg geht heute eine Ära zu Ende: Im Kreis von rund 200 Gästen aus Politik und Wirtschaft, aus Verbänden und der Mitarbeiterschaft wird Hans-Heinrich Hahne nach über 30-jähriger Tätigkeit im Vorstand des Unternehmens feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

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Hans-Heinrich Hahne.

Quelle: pr.

Ginge es nach dem scheidenden Vorstandsvorsitzenden, wäre der Übergang ins am Montag beginnende Rentnerleben geräuschloser vonstatten gegangen. Trubel um seine Person braucht er persönlich nicht, seine jahrzehntelange Tätigkeit für das heimische Kreditunternehmen macht den großen Bahnhof aber unumgänglich: Seit mehr als 30 Jahren gehört er dem Vorstand an, seit 1987 als dessen Vorsitzender, in seine Amtszeit fällt der Zusammenschluss der Sparkasse Grafschaft Schaumburg mit der schaumburg-lippischen Kreissparkasse zum Institut in der heutigen Größe.

Hervorragende Kontakte

Er, der sein ganzes fast 50 Jahre währendes Berufsleben bei der Sparkasse Schaumburg verbrachte, prägte nicht nur die eigene Bank, sondern in zahlreichen berufsbedingten Ämtern an vielen Stellen die gesamte Branche: Als Landesobmann vertrat er die niedersächsischen Sparkassen in Gremien auf Landes- und Bundesebene (SN berichteten), gehörte den Aufsichtsgremien von Deka und Nord LB an und verfügte landes- wie bundesweit über hervorragende Kontakte zu allen, die in der Branche Rang und Namen haben. Er war und ist Netzwerker im wohlverstandenen Sinne und das schon lange bevor „Networking“ zum Handwerkszeug der Managerelite avancierte.

Keine selbstverständliche Laufbahn für einen, der im Grunde seines Herzens immer das geblieben ist, was er stets war: ein Junge vom Lande. Als Sohn eines Landwirtes in Rehren A/O geboren, entschied er sich gegen die Fortführung der Landwirtschaft, aber nicht gegen seine Wurzeln: Noch heute wohnt er in seinem Elternhaus, gehört zahlreichen örtlichen Vereinen an und fühlt sich seinen Rehrenern verbunden.

Er hat sich nie verbogen

Aber vielleicht war seine Karriere ja auch gerade vor diesem Hintergrund eine Selbstverständliche: Nie hat er sich in einem Amt, das bisweilen auch politischer Einflussnahme ausgesetzt ist, verbogen, hat stets den geraden Weg gewählt. Nie hat er sich auf externe Berater, dafür lieber auf sein ausgeprägtes Fachwissen und seinen gesunden Menschenverstand verlassen und kann nun am Ende seiner Berufslaufbahn zufrieden bilanzieren: ,,Das war auch gut so!“

Hans-Heinrich Hahne hat als Sparkassenmann von der Pike auf gelernt. Nach dem Realschulabschluss begann er im August 1968 seine Ausbildung in Rinteln. Wegen guter Leistungen wurde seine Ausbildung verkürzt, nach der Bundeswehrzeit ging es weiter: Er absolvierte an der sparkasseninternen Fortbildungseinrichtung sämtliche Lehrgänge, die ihn für sein späteres Amt befähigten, wurde Ausbildungsleiter für sämtliche Sparkassen der Region, ehe er als Leiter der Geschäftsstelle nach Bad Nenndorf wechselte. Dort, bekennt er heute, ,,habe ich alles gelernt“. Und das befähigte ihn dann 1986 in für die Sparkasse der Grafschaft Schaumburg turbulenten Zeiten in den Vorstand aufzurücken und diesem ab 1987 vorzustehen.

"Ganz oder gar nicht"

Eine Karriere, wie sie heute kaum noch möglich erscheint, die aber bezeichnend ist für einen wie Hans-Heinrich Hahne. Ehrgeizig war er bei allem, was er unternahm. Im Fußball (,,allerdings mehr durch Einsatz als durch Technik“) wie in seinem Beruf. "Ganz oder gar nicht" lautet seine Devise, was ihm stets die Anerkennung bei Kunden wie Mitarbeitern sicherte. Wobei Letztere wohl auch bisweilen unter seinem Ehrgeiz litten: Ob bei der Fusion der Sparkassen, der schon früh in Schaumburg in Angriff genommenen Digitalisierung des Bankgeschäftes oder der konsequenten Kundenausrichtung: Hahne schritt voran, verlangte auch von seinen Mitarbeitern das vorgelebte „ganz oder gar nicht“.

Bisweilen garniert mit Merksätzen, die noch Jahre durch die Sparkasse geistern werden. „Wo kein Schnee ist, kann gelaufen werden“, bedeutete er ein ums andere Mal seinen Leuten – beinahe eine Adaption des Toyota-Slogans „Nichts ist unmöglich“, um zu verdeutlichen, dass er von der Mitarbeiterschaft vollen Einsatz erwartet.

Ein kollektives Miteinander

Allerdings nichts, was er nicht selber vorlebte. Auch nichts, was den Einzelnen überforderte. Er hat die Arbeit stets als kollektives Miteinander verstanden, wohl wissend, dass er nur erster unter Gleichen ist, dessen Erfolg nur dann eintreten kann, wenn alle mitziehen. So hat er schon früh sein Ausscheiden aus dem Amt vorbereitet, hat mit seinen Vorstandskollegen Rolf Watermann und dem früh verstorbenen Günther Klußmeyer bereits 2009 die Weichen für die Zukunft gestellt, die Nachfolger Stefan Nottmeier und Oliver Schiller quasi noch selbst mit ausgesucht und eingearbeitet – damit „seine“ Sparkasse auch in Zukunft die lokale Marktführerschaft verteidigen kann.

Wie bereitet sich so ein Mensch auf den Ruhestand vor? „Eigentlich gar nicht“, bekennt er. Er wolle alles ruhig auf sich zukommen lassen, kürzer treten, vielleicht noch das eine oder andere Ehrenamt übernehmen. Aber „nie mehr mit einem so vollen Terminkalender wie heute“. Mehr Zeit wird er der Familie widmen. Seiner Frau Christel, seiner Schwiegertochter Nicole und Sohn Jens, der ebenfalls schon ein gestandener Sparkassenmann ist. Vor allem aber bleibt ihm nun mehr Zeit für Enkelin Lara. Und darauf freut er sich besonders! Stefan Reineking

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