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Explosion lässt Adrenalin in Adern schießen

THW-Großübung Explosion lässt Adrenalin in Adern schießen

Überflutete Straßen, durch einen Orkan umgestürzte Bäume, etliche vermisste Personen, ein durch Blitzschlag verursachter Flächenbrand und zwei durch Gasexplosionen schwer in Mitleidenschaft gezogene Gebäude, das sind einige Szenarien einer groß angelegten Übung, an der zehn Ortsverbände des Technischen Hilfswerkes (THW) teilgenommen haben.

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Wie im Ernstfall: Rettungskräfte des Technischen Hilfswerkes bringen in Röcke einen gespielten verletzten Jungen in Sicherheit. 

Quelle: wk

Landkreis. Ein Schauplatz war der Truppenübungsplatz in Röcke. Zum einen ging es darum, seitens der Führungskräfte die Leitung der einzelnen Einsätze, deren Koordinierung und die Kommunikation bei solch einer Katastrophe zu trainieren. Zum anderen mussten die jeweiligen Rettungskräfte, die nach der Alarmierung von dem zentral auf dem Wasserübungsplatz der Bundeswehr bei Minden eingerichteten „Bereitstellungsraum“ zu einem der insgesamt sechs simulierten Großschadenereignisse geschickt wurden, ihr Können beweisen.
Auf dem Bundeswehr-Truppenübungsplatz in Röcke, wo etwa die Bergung und die medizinische Versorgung von verletzten Personen sowie das Abstützen zweier nach Explosionen einsturzgefährdeter Häuserfassaden auf dem Programm standen, ließen die Katastrophenschützer jedoch einige Zeit auf sich warten.
Ursächlich hierfür war, so Christiane Vieweger, Geschäftsführerin der ausrichtenden THW-Geschäftsstelle Bielefeld, ein technischer Defekt an einem der Einsatzfahrzeuge, der die gemeinsame Abfahrt verzögerte. Insofern konnte sich dieser aus Aktiven mehrerer THW-Ortsvereine zusammengesetzte Einsatztrupp erst auf den Weg machen, nachdem das defekte Fahrzeug wieder flott gemacht worden war. Und daher traf der Konvoi mit mehr als einstündiger Verspätung in Röcke an.
„Ein bisschen Puffer haben wir in unseren Zeitplan immer eingebaut für solche Geschichten, denn damit muss man bei so einer Übung ja rechnen“, sagte Vieweger, um scherzhaft anzumerken: „Und wenn alles reibungslos läuft, stimmt sowieso irgendetwas nicht.“

Nichtsdestotrotz wurden die eintreffenden Rettungskräfte dann an Gebäuden des Truppenübungsplatzes mit einer spektakulären, echten Explosion empfangen, die nicht nur mit einem ohrenbetäubenden Knall, sondern auch mit einem gewaltigen Feuerball aufwartete.
Per Funk von einem Pyrotechnik-Experten des THW wurde die Ladung gezündet. Sie war gedacht dafür, den Teilnehmern ein realitätsnahes Übungsszenario zu bieten. Und obwohl allen klar war, dass dies – ebenso wie die „blutig“ geschminkten Darsteller – eben nur ein Teil der Übung war, blieb dieser für eine besondere Atmosphäre sorgende Effekt offenbar nicht ohne Wirkung.
Jedenfalls liefen kurz darauf einige ausgerüstete Atemschutzgeräteträger zu dem betroffenen Gebäude, um darin nach etwaigen „Verletzten“ zu suchen. Von Holger Schöpe, einem der Übungsbeobachter, wurden die Atemschutzgeräteträger, von denen zwei bereits in das verqualmte Gebäudeinnere eingedrungen waren, jedoch barsch zurückgerufen. Aus Sicherheitsgründen.
„Das war Übereifer“, kommentierte dieser die Situation. Bei der Ausbildung sei den Atemschutzgeräteträgern nämlich beigebracht worden, dass sie nicht in ein brennendes Gebäude hineingehen dürfen, da ihre Einsatzbekleidung, anders als die von Feuerwehrleuten, nicht feuerfest sei und somit leicht in Brand geraten könne. Stattdessen hätten diese Einsatzkräfte zunächst lediglich das Umfeld des betroffenen Gebäudes nach hilfebedürftigen Personen absuchen sollen.
Warum sie trotzdem in das Haus gegangen waren? „Die stehen gerade so was von unter Adrenalin, dass sie daran nicht gedacht haben“, erklärte Schöpe. Gleichwohl habe er sich den Fehler sehr wohl notiert, um diesen nach Ende der Übung noch einmal anzusprechen, damit sich solch ein Fehlverhalten nicht wiederhole.
Insgesamt nahmen an der THW-Großübung rund 380 Rettungskräfte an den unterschiedlichen Szenarien teil. wk

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