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Extreme mit „Pickeln im Gesicht“

Landkreis / Arbeitskreis "Runder Tisch" Extreme mit „Pickeln im Gesicht“

Eltern, Schüler, Lehrer, Polizei, Verwaltung und andere Akteure sind nicht immer einer Meinung, wenn es um politischen Extremismus im Landkreis geht. Das zeigte sich einmal mehr bei der Auftaktveranstaltung des Runden Tisches für Demokratie und Vielfalt mit dem Titel „Schaumburg schaut hin“. Für Unmut sorgte unter anderem eine im Vorfeld nicht bekannt gegebene Änderung. Zu schlichten versuchte ein „externer“ Referent.

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Stefan Schölermann spricht bei der Auftaktveranstaltung des Runden Tisches. 

Quelle: jcp

Vonn Jan-Christoph Prüfer

Landkreis. Der NDR-Journalist Stefan Schölermann hatte laut Einladung von Landkreisverwaltung, Arbeiterwohlfahrt und Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg im Wilhelm-Busch-Gymnasium zu regionalen rechtsextremistischen Strukturen sprechen sollen. Als diesen Part der Leiter des Nienburger Staatsschutzkommissariats Dietmar Scholz übernahm und dabei unter anderem erklärte, dass die linksextremen Straftaten im Zusammenhang mit dem „Trauermarsch“ in Bad Nenndorf die der Rechtsextremen bei Weitem überschritten, gab es Nachfragen. Ob denn da mitgezählt werde, wenn auf den Neonazi-Transparenten „Israel platt machen“ und „Zerschlagt die BRD“ stehe, wollte eine Zuhörerin wissen.

Protest regte sich auch im Publikum, als Schölermann eine eher allgemein gehaltene Anekdote zum Rechtsextremismus erzählte, anstatt lokal Stellung zu nehmen. Der Moderator des Abends, Axel Bergmann, Präventionsbeauftragter der Stadthäger Polizei, sagte, die Organisatoren hätten sich bewusst dafür entschieden, im Untertitel der Veranstaltung („Extremismus im Landkreis Schaumburg“) nicht zwischen den Ausprägungen des politischen Extremismus zu unterscheiden. Der Vortrag von Schölermann sei in eine andere Richtung gegangen, damit, so Bergmann, „die Leute nicht zweimal das gleiche Referat hören“.

Schölermann erzählte vom Werdegang eines NPD-Funktionärs und warnte davor, gerade junge Leute auszugrenzen, die diesen Weg einschlagen. „Mir kann keiner erzählen, dass ein 16-Jähriger mit Pickeln im Gesicht auf der Suche nach dem politischen Manifest seines Lebens ist“, stellte Schölermann klar. So müsse sich auch jeder, der junge Muslime ausgrenzt, fragen, ob ihn nicht eine Teilschuld treffe, wenn diese zu Islamisten werden.

Dem energischsten Widerspruch gegen den Verlauf des Abends begegnete Schölermann, indem er vorschlug, den Runden Tisch erst einmal in Ruhe zu beenden. Auf dem Weg zum nächsten sollten sich dann alle gemeinsam fragen, was besser zu machen sei.

Nach dem Vortrag gingen die Gäste des Abends – unter anderem Privatleute sowie Vertreter von Kirchen, Schulen und anderen Institutionen – in vier Workshops. Darin informierte zum Beispiel der Politikwissenschaftler Horst Lahmann allgemein über das Phänomen des politischen Extremismus, Kati Zenk vom Landespräventionsrat sprach über junge Mädchen als Zielgruppe der Rechtsextremen.

Die Ergebnisse und Erkenntnisse der Workshops präsentierten die Teilnehmer abschließend in der Aula des WBG.

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