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Landkreis

Fachleute aus der Region gegen Ministerriege


Landkreis. Mit ganz unterschiedlichen Arten von öffentlichen Veranstaltungen wollen die beiden Landratskandidaten Jörg Farr und Klaus-Dieter Drewes nach der Sommerpause Wahlkampf betreiben. CDU-Kandidat Drewes setzt als Hauptredner auf die gesamte Liste der niedersächsischen Landesminister. Der für die SPD antretende parteilose Farr will auf themenbezogenen Podien „Fachleute aus der Region“ als Gesprächspartner anbieten.

Viel Persönliches und seine politischen Ziele bietet CDU-Kandidat Klaus-Dieter Drewes auf www.drewes.de an.

Von Stefan Rothe
„Alle Landesminister sowie der neue Ministerpräsident David McAllister haben zugesagt“, berichtete Drewes. Die Palette der Termine werde von öffentlichen Betriebsbesichtigungen über Fach-Podien bis hin zur Großveranstaltung reichen. Zugesagt hätten auch der frühere Landtagspräsident Jürgen Gansäuer und der Leiter des Niedersächsischen Kriminologischen Instituts, Joachim Pfeiffer.
Farr hingegen setzt „weniger auf dramaturgische Auftritte von Bundes- oder Landespolitikern“. Er will Runden mit Experten aus der hiesigen Region, also bewusst unter Einbeziehung von Akteuren benachbarter Landkreise, zusammenstellen. „Was können wir von innen heraus oder mit Nachbarn für Schaumburg bewegen“, sei die zentrale Fragestellung.
Beide Kandidaten wollen mit der heißen Phase des Wahlkampfs Mitte August beginnen. Je näher der Wahltag, der 31.Oktober, rückt, desto intensiver dürfte es werden. Der beim Sparkassenverband tätige Drewes hat sich vom 17. September an arbeitsfrei genommen, Farr will zumindest den ganzen Okober über eine Tätigkeit als Kreiskämmerer ruhen lassen.
In Sachen Internet-Auftritt hat Jörg Farr aufgeholt. Seit Mitte Mai präsentiert auch er sich online. „Meine Seiten werden von den Jusos betreut“, sagte er. Zu finden ist dort auch die vom SPD-Unterbezirk hergestellte erste Wahlkampf-Zeitung von Farr, die gedruckt in einer Auflage von 70 000 Stück verteilt werden soll. Weitere Ausgaben sollen folgen. Drewes war schon seit etlichen Monaten online präsent. „Die Seiten werden seit langem sehr gut angenommen“, berichtete er. Mit manchem „Besucher“ entspanne sich ein Dialog.
Beide Kandidaten haben nach eigenem Bekunden vor, von Mitte August an gezielt mit Themensetzungen, programmatischen Akzenten und neuen Vorstößen an das Publikum zu gehen. Aus dem Umfeld der Kandidaten ist zu vernehmen, dass beide Seiten „einiges im Köcher haben“, was noch nicht zu früh, sondern erst in der heißen Phase der Auseinandersetzung verschossen werden soll.

Ferienzeit bedeutet Wahlkampf „light“

In den Ferienwochen bis Mitte August, also bevor der heiße Wahlkampf losgeht, werden Klaus-Dieter Drewes und Jörg Farr über die Dörfer tingeln, kleinere Parteiveranstaltungen besuchen, an Grillfesten teilnehmen und versuchen, „mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch kommen“, wie beide unabhängig voneinander wortgleich sagten.
Auch das Verteilen von in Vorbereitung befindlichen Info-Zetteln an Wahlständen und das „Klinken putzen“ von Haustür zu Haustür sei im Wahlkampf inbegriffen, erklärten beide.
Zudem machen beide Kandidaten in Begleitung der jeweiligen Kreistagsfraktionen seit einigen Wochen, und weiter in der Ferienzeit, die Runde durch alle zwölf Städte und Samtgemeinden des Kreises. Dabei suchen sie Fachgespräche mit Vertretern von Verwaltungen und örtlichen Einrichtungen.
„Das ist sehr wichtig, um Probleme vor Ort kennenzulernen“, sagte Drewes. „Sorgen um die Kreisfinanzen“ machten sich viele Verwaltungschefs, habe er erfahren. „Ich kriege zu hören, es sei gut, dass ich in die meisten Dinge bereits eingearbeitet bin“, erzählte Farr von seiner Tour.

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  • Überzeugen Sie selbst Frank Paul – 05.07.10
    Lieber Herr Drewes,

    sie glauben wohl selbst nicht, dass Sie mit Ihrer eigenen Kompetenz den Landratswahlkampf gewinnen werden! Ansonsten würden Sie sich nicht mit so vielen Ministerinnen und Ministern bei den kommenden Veranstaltungen schmücken bzw. umgeben wollen.

    Wozu sollen diese Damen und Herren gut sein?

    Sollen sie Ihnen die fehlende eigene Kompetenz ersetzen?

    Wollen sie mit Ihnen Ihre Kontakte zur Landes-/Bundesregierung beweisen?

    Sollen diese mit ihrem Auftritt und Reden die Argumente für Ihre Landratswahl liefern?

    Sollen sie von Ihren überwiegenden Schwächen ablenken? Oder sollen sie verhindern, dass man Sie fragt, warum sie eigentlich in den vergangenen Jahren im Landkreis nicht für eine andere, alternative Politik zum Landrat und zur regierenden SPD gesorgt haben? Ich erinnere nur an die unsägliche Krankenhausverwaltung (auch bereits durch den amtierenden Landrat) seit Jahren, die kritiklos von der CDU hingenommen wurde, und den nunmehr geplanten, unökologischen und unwirtschaftlichen Krankenhausneubau.

    Was wollen Sie mit deren Einsatz im Zuge Ihrer Landratswahl wirklich bezwecken?

    Wofür stehen Sie eigentlich persönlich? Sie sind offenbar seit 1990 Angestellter des ineffezienten Sparkassenverbandes (hier wird Allgemeinvermögen kritiklos vernichtet!), denn die Sparkassen sind, insbesondere auch nicht in Schaumburg - im Verwaltungsrat sitzen dort -, nicht gut am Markt aufgestellt. Die Rendite der Sparkassen lässt merklich zu wünschen übrig; ich erinnere nur daran, dass es sich um das Vermögen der Allgemeinheit handelt, über das die jeweiligen Sparkassenmanager und Verwaltungsratsmitglieder verfügen!

    Welche Kompetenz haben Sie daher wirklich, wenn Sie noch nocht einmal die heimische Sparkasse als Verwaltungsratsmtitglied effizienter machen können? Wie wollen Sie dann den gesamten Landkreis mit seinen Unternehmen, Beteiligungen etc. führen? Sie sind doch jetzt als Kreistagsabgeordneter, Verwaltungsratsmitglied offenbar hoffnungslos überfordert! Und dieses haben Sie selbst erkannt; daher die vielen Bundes- und Landespolitiker in Ihren Veranstaltungen!

    Sie freuen sich über den regen Besuch ihrer Internetseite. Das ist doch als Wahlkampfaussage nicht Ihr ernst. Ist das Ihr Programm? Daneben tingeln Sie über die "Dörfer". Da werden Sie sicherlich viel "erschreckend" Neues feststellen. Dieses kingt für mich so, als ob Sie jetzt auch die Dörfer Schaumburgs nach vielen Jahren entdeckt haben. Als Kreistagsabgeordneter wäre es schon viel früher Ihre Pflicht gewesen, die Sorgen und Nöte dieser Bürger und Gemeinden zu berücksichtigen. Aber das war Ihnen in der Vergangenheit ziemlich egal. Aber wenigstens verhehlen und bestreiten Sie dieses nicht, sondern zeigen dieses sehr authenthisch mit Ihrer aktuellen Tingeltour. Hoffentlich erkennt und durchschaut dieses die "Landbevölkerung" Schaumburgs, in dem Sie Ihnen ihre Stimme nicht geben. Die Probleme in den Landgemeinden sind seit Jahren die gleichen, sie haben sich nur von Jahr zu Jahr verschärft.

    Damit man mich nicht falsch versteht, im Herzen bin ich eigentlich ein liberaler, also jemand, der mit einem SPD-Kandidaten sehr wenig anfangen kann und der es somit sehr schade findet, dass der CDU-Kandidat durch seine fehlende Kompetenz, durch sein Verhalten und durch seine Äußerungen sich so frühzeitig aller Chancen beraubt und sich damit aus dem Rennen nimmt!
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