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Falsch verstandene Tierliebe

Sachsenhagen Falsch verstandene Tierliebe

Rhesusaffe Buddy ist eines von 2200 Tieren, die die Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen in diesem Jahr bereits aufgenommen hat. Igel, Feldhasen und Zugvögel sind unter ihnen, genau so wie Schlangen, Schildkröten und Affen. Die meisten von ihnen werden von Findern zur Station gebracht, immer dann, wenn die Sorge groß ist, dass ein Tier allein nicht überleben kann.

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„Wildaffen sind keine Haustiere“, betont Florian Brandes von der Wildtierstation. Häufig leiden die Tiere in falscher Haltung schlimme Qualen.

Quelle: pr.

Landkreis/Sachsenhagen. Einige von ihnen sind vom Zoll beschlagnahmt worden, in Fällen, wo der Handel und Besitz, speziell von Exoten, strafbar ist. Einige Tiere lässt das Veterinäramt aus privaten Haushalten und nicht artgerechter Unterbringung holen. So fand Buddy seinen Weg in die Wildtierstation.

„Affen sind keine Haustiere“, sagt Stationsleiter und Tierarzt Florian Brandes. „Den Leuten wird die Haltung der Tiere in Fernsehsendungen falsch gezeigt.“ Krokodile in der Badewanne und Affen im Wohnzimmer unter Menschen, das sei keine artgerechte Haltung. Brandes betont, wie wichtig es für Affen ist, dass sie mit Artgenossen zusammenleben: „Tiere sind keine Familienmitglieder.“

Die Menschen verstünden oft nicht, was sie dem Tier antun, bedauert der Tierarzt. Würde ein Affe, wie zum Beispiel Buddy, vermenschlicht, also wie ein Kind und nicht wie ein Tier behandelt, verliere er den Bezug zu seinen Artgenossen. „Er denkt, er wäre ein Mensch.“ Die Tiere sind nach einer intensiven Handaufzucht und zu engem Kontakt zum Menschen nicht mehr in Gruppen anderer Affen integrierbar.

Spätestens mit der Geschlechtsreife gehen die Probleme los: Das Dominanzproblem muss geklärt werden. Die Arme von Buddys Besitzerin zierten deshalb mehrere Bisswunden. Auf den 15 Jahre alten Rhesusaffen wurde das Veterinäramt aufmerksam, als die Besitzerin ihn in ein Tierheim gab, da sie umziehen musste und er in der neuen Wohnung vom Vermieter nicht geduldet worden wäre.

Aus dem Tierheim kam Buddy in die Wildtierstation. Der Affe lebt dort seit einem Jahr in Einzelhaltung. „Er kann aufgrund seiner gestörten Persönlichkeit nicht mit anderen Tieren zusammengesetzt werden“, sagt Brandes. Der Tierarzt hofft, dass man für Buddy irgendwann einen anderen älteren Rhesusaffen findet, mit dem er sich versteht und mit dem er zusammenleben kann.

Bessere Voraussetzung bringt ein kleiner Weißbüschelaffe mit sich, der vor knapp einer Woche in die Station kam. Ebenfalls in einem privaten Haushalt war das Jungtier mit drei weiteren Weißbüschelaffen gehalten worden. „Er ist der einzige Überlebende und befindet sich derzeit in unserer Quarantänestation“, meint Brandes. Der Stationsleiter hat Hoffnung: „Er kennt das Leben mit Artgenossen und wird sicherlich bald in eine neue Affenfamilie integriert werden.“ vr

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