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Aus dem Landkreis Farr will „um jeden Arbeitsplatz kämpfen“
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Farr will „um jeden Arbeitsplatz kämpfen“
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00:29 11.10.2014
Quelle: SN
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Landkreis

„Wir sind von dieser Äußerung überrascht worden“, bekannte Jan Bergmann, stellvertretender Vorsitzender des Personalrats beim Klinikum Schaumburg. „Bisher haben wir derlei Dinge eigentlich erst intern besprochen.“ Bergmann betonte aus Sicht des Personalrats: „Wir sehen das nicht so, dass wir Arbeitsplätze abbauen können, jedenfalls nicht in dem Umfang, wie es Herrn Rogge offenbar vorschwebt.“ Sowohl über die Vorgehensweise wie über den Inhalt von Rogges Vorstoß „werden wir mit der Geschäftsführung diskutieren.“

 Landrat Jörg Farr stellte klar, „dass Personalabbau das Projekt schon seit dem Beginn der Diskussion im Jahr 2006 begleitet und auch Gegenstand der Grundsatzentscheidung des Kreistags 2008“ für das Gesamtklinikum war. Dazu habe es frühzeitig ein Konsolidierungsprogramm gegeben. Die Krankenhäuser in Stadthagen und Rinteln sind noch in Trägerschaft des Landkreises, die Angestellten in Pflege und Verwaltung dessen Angestellte.

 Farr hob hervor, dass es bisher gelungen sei, ohne betriebsbedingte Kündigungen auszukommen. Daran festzuhalten, bleibe auch weiterhin das Ziel. Der Landrat weiter: „Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz.“ Deren Zahl „hängt letztlich davon ab, wieviele Patienten wir haben werden.“ Daher sei eine erfolgreiche Arztakquise und die Etablierung zusätzlicher medizinischer Leistungen so wichtig. Dabei seien schon gute Erfolge erreicht worden, etwa durch die Anstellung von vier neuen Chefärzten im laufenden Jahr. Notwendig werdenden Stellenabbau wolle man sozialverträglich gestalten, so Farr, etwa durch „natürliche Altersfluktuation, ein Modell der Altersteilzeit und die Umsetzung von Mitarbeitern in die allgemeine Verwaltung“.

 Auch aus Sicht von Eckhard Ilsemann, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kreistag, war „von Anfang an klar, dass wir nicht mit der vollen Mitarbeiterzahl ins Gesamtklinikum gehen würden“. Die SPD wolle aber keine betriebsbedingten Kündigungen: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir die machen.“ Ein Abbau müsse sozialverträglich geschehen. „Man wird sich an den individuellen Bedürfnissen der Arbeitnehmer orientiert verständigen müssen.“

 CDU-Fraktionschef Gunter Feuerbach wies darauf hin, dass „der Personalrat vor vier Jahren die generelle Sicherung der Arbeitsplätze durch einen Zukunftsvertrag abgelehnt hat“. Es sei nunmehr unvermeidlich, dass durch die Zusammenlegung von Krankenhäusern „Doppelfunktionen wegfallen“. Wenn es etwa in den Bereichen Reinigung und Küche zu betriebsbedingten Kündigungen kommen müsse, „wird die CDU-Fraktion dies mittragen“, erklärte Feuerbach. Gleichzeitig werde es durch den Aufbau neuer medizinischer Abteilungen aber auch zusätzlichen Personalbedarf geben, betonte der CDU-Mann.

 „Das ist das, was wir schon immer befürchtet haben“, reagierte Marion Lenz, Vorsitzende des Kreistags-Betriebsausschusses für das Klinikum, namens der Grünen. WIR-Vorsitzender Richard Wilmers forderte Rogge auf, „schnell die künftige Personalsituation darzustellen“. ssr

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