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Fast jeder vierte Papa hat „Babypause“

Landkreis / Eltern Fast jeder vierte Papa hat „Babypause“

Die Zahl frischgebackener Väter in Schaumburg, die eine Babypause einlegen und dafür Elterngeld in Anspruch nehmen, steigt zwar nur leicht, dafür aber kontinuierlich an. Im vergangenen Jahr betrug die Quote der Männer, die Papa geworden sind und dieses Angebot annahmen, hier nach Angaben des Kreisjugendamtes 23,1 Prozent. Das entspricht ziemlich genau dem Bundesschnitt.

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Immer mehr Väter im Landkreis Schaumburg nehmen eine „Babypause“. © dpa

Landkreis (ssr). Vor drei Jahren hatte die Quote in Schaumburg noch bei rund 18 Prozent gelegen. Wie die stellvertretende Leiterin des Kreisjugendamtes, Iris Meyer, auf Anfrage mitteilte, betrug die Quote im ersten Halbjahr 2011 ebenfalls leicht mehr als 23 Prozent. „Wir steuern derzeit konstant auf diesem Niveau“, sagte die Expertin. „Es ist sehr erfreulich, dass wir diesen relativ hohen Anteil, der im vergangenen Jahr erreicht wurde, auch in 2011 halten können – allerdings gibt es noch Spielraum für Weiterentwicklung nach oben“, kommentierte die Jugenddezernentin des Landkreises, Katahrina Augath.

In absoluten Zahlen bedeutet die Quote, dass im Jahr 2010 kreisweit von 1154 gerade Vater gewordenen Männern 266 Elterngeld beantragt haben. Ein Jahr zuvor waren es 207 von 1097 Betroffenen gewesen.

Allerdings: Der Löwenanteil der Papas entscheidet sich nach wie vor offenkundig nicht für zwölf, sondern nur für zwei Monate Babypause. Diese zwei Monate Elternzeit sind nämlich eine staatliche Zusatzleistung – umgangssprachlich „Vätermonate“ genannt –, die es zusätzlich zum „normalen“ zwölfmonatigen Elterngeld gibt. „Das ist auch in Schaumburg die klassische Kombination“, berichtete der Elterngeld-Experte der Kreisverwaltung, Bernd Bockenfeld: „Die Mutter nimmt zwölf Monate, und der Vater die zwei Monate hinzu.“ In Ziffern: Gerade einmal 16 der 266 Schaumburger Elterngeld-Väter im Jahr 2010 haben die zwölfmonatige Zahlung beantragt.

Ein Elternteil erhält bei dieser Leistung 67 Prozent seines bisherigen Nettoeinkommens, höchstens aber 1800 Euro im Monat, wenn er wegen der Kinderbetreuung im Job pausiert. Nach Auskunft von Iris Meyer haben im Jahr 2011 rund 53 Prozent der Antragsteller ein Elterngeld von monatlich zwischen 300 und 1700 Euro erhalten. 5,5 Prozent erreichten den Höchstbetrag von 1800 Euro und 41,5 Prozent konnten nur den Sockelbetrag von 300 Euro beantragen. Aufgrund der Einkommensverhältnisse ist der Verlust für Männer in der Regel deutlich höher als für Frauen.

Den weitaus größten Anteil an jenen berufstätigen Vätern, die Elterngeld nutzen, bilden nach Auskunft von Bockenfeld Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes. Hier seien die Rahmenbedingungen für eine solche Auszeit offenbar am günstigsten. Allerdings beobachte er auch in der freien Wirtschaft neuerdings einen Bewusstseinswandel: „Dass Arbeitgeber männlichen Mitarbeitern, die eine Babypause einlegen wollen, negative Signale geben, das nimmt ab.“

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