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Feier nach der Flucht

Hochzeitssuite inklusive Feier nach der Flucht

Ihr Ja-Wort haben sich Nessrin (20) und Ismail (26) noch in Syrien geben können. Dann folgte die Flucht vor dem Krieg. Ihre Hochzeitsfeier hat das junge Paar jetzt nachfeiern können – dank der Initiative des Nachbarschaftskreises Hannover-Mitte, einem offenen Netzwerk aus Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe, und des Riepeners Andreas Gehrke, der das Paar in die Hochzeitssuite seines Schmiedegasthauses einlud.

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Ismail (links) und Nessrin freuen sich übe die Einladung in die Hochzeitssuite.

Quelle: sk

RIEPEN/HANNOVER. In Salamiah, einer 113000 Einwohner zählenden Stadt im Westen Syriens, haben die Schulabsolventin und der Klempner im Juli vergangenen Jahres geheiratet. Eine Feier machte der Krieg jedoch unmöglich. Im September setzten Nessrin und Ismail mit dem Schiff von Syrien in die Türkei über. Von dort ging es dann in einem kleinen Boot nachts weiter nach Griechenland, von dort zu Fuß weiter nach Deutschland, durch Mazedonien, Serbien, Ungarn und Österreich. Schließlich kamen sie in der Erstaufnahmeeinrichtung in Braunschweig an. Derzeit lebt das Paar gemeinsam mit sechs Familien in einer Unterkunft der Stadt Laatzen.

Hier lernten sie ehrenamtliche Helfer aus dem Nachbarschaftskreis Hannover-Mitte kennen. Und bald wurde beschlossen, für das junge Paar, das ihre Hochzeit aufgrund der Flucht nicht mit Familie und Freunden feiern konnten, ein Fest auszurichten. Es wurde alles besorgt, inklusive eines Anzugs für Ismail und eines weißen Brautkleides – mit Strass bestickt und weitem Tüllrock. Nessrin: „Es ist das schönste Kleid, das ich mir hätte vorstellen können.“

Eltern wurden bei der Feier vermisst

Zur Feier brachten die Gäste Essen mit. Es soll eine sehr ausgelassene Feier gewesen sein. Besonders freute sich das Brautpaar über die Teilnahme syrischer Bekannte, die in Deutschland verteilt leben und extra nach Hannover gekommen waren. Einen Wermutstropfen gab es dennoch: „Wir haben an dem Tag oft an unsere Eltern gedacht, die leider nicht bei uns sein konnten.“

Nach der Feier ging es am späten Abend im Auto nach Riepen. Über Kontakte des Nachbarschaftskreises zu den Schaumburger Nachrichten hatte Andreas Gehrke, Inhaber des gleichnamigen Schmiedegasthauses, von der syrischen Hochzeit erfahren und das Paar zu zwei Übernachtungen in die Hochzeitssuite des Hotels eingeladen, inklusive Menüs und Frühstück. Die Mini-Hochzeitsreise haben Nessrin und Ismail sehr genossen. Dazu gehörte auch eine Radtour in die Umgebung.

Der Alltag hat die jungen Leute inzwischen wieder. Nessrin wird ab August eine Berufsschule besuchen, Ismail hofft, bald eine Arbeit zu finden. „Und in Zukunft möchten wir natürlich eine kleine Familie gründen. Hier in Deutschland können Kinder in Sicherheit und Frieden aufwachsen“, so das Paar. sk

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