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Festival "Umsonst & Draußen" brummt

Brechend voll Festival "Umsonst & Draußen" brummt

„Umsonst & Draußen“, vor 40 Jahren in einer Vlothoer Kiesgrube aus der Taufe gehoben, hat sich zum Jubiläum selbst übertroffen. Hinter dem Festival liegt der wohl beste Sonnabend, seitdem die dreitägige Großveranstaltung mit Zehntausenden von Besuchern 2007 in die Veltheimer Weserwiesen umgezogen ist.

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Völlig aus dem Häuschen: Wenn angesagte Bands spielen, hält die Fans vor der Hauptbühne nichts mehr.

Quelle: ly

Veltheim. Wenn die Veranstaltung richtig brummt, steht Karsten Weishaar gern am Graben zwischen Bands und Publikum, um die Fans zu beobachten. „Mir macht’s halt Spaß, wenn andere Leute Spaß haben“, erklärt der neue Vorsitzende des Vereins Umsonst & Draußen Kultur Vlotho. „Dann freu‘ ich mir ein Loch ins Knie.“ Nach dem jüngsten Festival am Kraftwerk könnte es sein, dass Weishaars Knie orthopädischer Behandlung bedarf.

Bereits nachmittags drängen sich die Fans am Sonnabend vor der Weserbühne, bejubeln Bands wie Adam Angst, die sozialkritischen Punkrocker aus Berlin. Bei „Splitter von Granaten“, dem letzten Song, klettert Sänger Felix Schönfuss über die Absperrung und kniet mitten im Publikum nieder. Alle Menschen um ihn herum setzen sich ebenfalls. Viele singen mit. Das sind Momente, die für Gänsehaut sorgen.

Viel Zeit um das Publikum zu beobachten hat Weishaar nicht. Wie immer ist er dafür zuständig, dass an der Bahndammbühne alles glatt läuft – auch als Vorsitzender. „Das Festival läuft bombig, das Wetter ist perfekt“, sagt er in einer etwas ruhigeren Minute am Sonnabendnachmittag. „Super – und am Abend wird es richtig super.“ Mit seiner Voraussage soll Weishaar Recht behalten.

 „Umsonst & Draußen“ legt noch einmal deutlich zu. Bei Einbruch der Dunkelheit wirkt das gesamte Gelände voller als je zuvor, Parkplätze in der Nähe gibt es nur noch vereinzelt.

Für den musikalischen Höhepunkt am Sonnabend – und vielleicht aller drei Tage – sorgte als Top-Act „Ill Nino“, eine Nu-Metal-Band aus den USA, die seit mehr als 14 Jahren Fans rund um den Globus begeistert. Vom ersten Song an sind die Fans vor der Weserbühne wie elektrisiert. Da konnte die Nacht zuvor nicht ganz mithalten. Zumindest zu sehr später Stunde hat der Freitagabend unter den eher niedrigen Temperaturen gelitten. Trotzdem waren massenhaft Besucher auf den Beinen, vor allem bei den Auftritten von „Rockstah“ und „Itchy Poopzkid“. Es muss nicht immer die Hauptbühne sein. Am Bahndamm riss Sängerin Sophie von der Punkband „Burning Lady“ ihre Fans mit.

Von 2001 bis 2006 war Weishaar schon einmal Vorsitzender, mit dabei ist er seit 1991. Damals, vor 24 Jahren, war der Vlothoer, der heute in Bielefeld lebt, ein „kleiner Helfer“ von 20 Jahren. Rund 40000 Fans kamen damals in die Vlothoer Weserwiesen, um ein friedliches Fest zu feiern. Weishaar war „total geflasht“. Dieser Zustand hält bis heute an.

Von Schlägereien auf dem Festival ist Jochen van Loh, Rotkreuz-Leiter in Porta Westfalica-Barkhausen, nichts bekannt. Untereinander seien die Besucher friedlich gewesen. Damit bestätigt der DRK-Mann die Einschätzung von Wolfgang Kuhlmann, der für die Sicherheit verantwortlich ist: „Für ein Festival dieser Größenordnung“, so Kuhlmann, „geht es außerordentlich friedlich zu.“

Van Loh beklagt jedoch eine zum Teil aggressive Stimmung gegenüber den Rettungskräften. „In diesem Jahr trat das leider gehäuft auf. Unsere Leute wurden angepöbelt, ein Boot der DLRG mit Steinen beworfen“, berichtet er. „Und dies gegenüber Menschen, die in ihrer Freizeit nur helfen wollen. Das finde ich grenzwertig.“ Das DRK Barkhausen war mit 80 Einsatzkräften vor Ort. Bis zum Sonntagmittag mussten rund 200 Menschen versorgt werden, meistens wegen Kreislaufbeschwerden, Schnittverletzungen, Brüchen, Alkohol- oder Drogenmissbrauchs. Hinzu kamen 30 Fahrten ins Krankenhaus. Mit allen Löschgruppen war die Portaner Feuerwehr vertreten, rund um die Uhr neun Wehrleute, unterm Strich insgesamt 81. Hin und wieder musste ein Feuer ausgemacht werden. Das war’s auch schon. ly

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