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Feuerwehren: Fusionen gelten als Tabu

Landkreis / Fusionen Feuerwehren: Fusionen gelten als Tabu

„Keine Ausreden – Mitmachen!“ ist eine aktuelle Imagekampagne für die freiwilligen Feuerwehren überschrieben. Urheber ist das niedersächsische Innenministerium, in diesen Tagen startet die Aktion – unter anderem mit einem Kino-Werbespot – auch im Landkreis Schaumburg. Ob sich der klassische Aufbau mit vielen kleinen Ortswehren vor dem Hintergrund der Bevölkerungsentwicklung halten lässt, darf wohl selbst bei Erfolg der Kampagne als strittig gelten.

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Die Feuerwehren im Landkreis legen Wert auf ihre Selbstständigkeit.

Quelle: rg

Landkreis (jcp). Eben diese Struktur hat sich aber nach Meinung von Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote bewährt. Sicher werde es einigerorts in Zukunft „eng“ werden. Die lokalen Feuerwehren kämpften mit Nachwuchswerbung in Kinder- und Jugendabteilungen gegen den Mitgliederschwund an. Aus heutiger Sicht reiche das auch. „Wie es in fünf Jahren aussieht, weiß ich nicht“, sagt Grote.
Bereits jetzt seien pro Gemeinde mehrere Ortswehren im Brandfall zuständig, um überhaupt das notwendige Personal aufbieten zu können. Schließlich gingen viele Feuerwehrleute ihrem eigentlichen Beruf außerhalb des Landkreises nach und wären unter Umständen nicht in der Lage, rechtzeitig beim Feuer zu sein. Überlegungen in Richtung eines Zusammenschlusses zu einer Feuerwehr, die dann für mehrere Ortschaften zuständig ist, weist Grote aber zurück.
Zum einen halte er die mögliche Kostenersparnis für gering. Vor allem aber fürchte der Kreisbrandmeister – und seine Einschätzung deckt sich hier mit der der Landkreisverwaltung – um den Bestand an aktiven Feuerwehrleuten. Unter denen gelten Fusionen nämlich nicht selten als rotes Tuch. Oder, wie Grote es formuliert: „Das ist ein ganz, ganz schwieriges Thema.“
Zusammenschlüsse aus freien Stücken, wie es sie in den Samtgemeinden Nienstädt und Niedernwöhren gegeben hat, seien nicht das Problem. Werde die Zusammenlegung aber „von oben“ befohlen, quittierten zahlreiche Brandschützer den Dienst. Das hätten Erfahrungen aus anderen Landkreisen gezeigt.
Viele Feuerwehrleute scheinen also geradezu patriotische Gefühle für „ihre“ Ortswehr zu hegen. In einem Verbund möchte sich Grote zufolge niemand unterordnen, quasi alle Wehren wollten selbstständig bleiben. Der Kreisbrandmeister habe dafür Verständnis, denn: „In einigen Orten ist die Feuerwehr der einzige Kulturträger.“

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Je früher, desto besser

Je früher, desto besser. Darauf drängt Rolf Bruns mit Blick auf die Gewinnung von jungen Leuten für die Freiwillige Feuerwehr. Der Stadtbrandmeister ist von seiner Kernbotschaft zutiefst überzeugt: „Wo Ortswehren viele Kinder und Jugendliche anziehen, da gibt es keine Nachwuchsprobleme.“

Einziger Gradmesser ist die „Tagesverfügbarkeit“

Obwohl es immer noch acht selbstständige Feuerwehren in der Samtgemeinde Sachsenhagen gibt, geht inzwischen alleine nicht mehr viel. Komponentenbildung heißt das Stichwort, mit dem die „Tagesverfügbarkeit“ gesichert werden soll.

Schnell vor Ort, wenn es brennt

Schnelligkeit ist das A und O bei Feuerwehreinsätzen. „Das wird häufig unterschätzt, aber der Zeitfaktor ist das schwierigste Element“, erklärt Gemeindebrandmeister Dieter Sebode. Die Samtgemeinde Nienstädt verfügt über zehn Ortsfeuerwehren mit insgesamt etwa 2100 Mitgliedern. Davon seien nur rund 270 im aktiven Dienst sowie 110 bei den Jugendlichen und 60 bei der Kinderfeuerwehr.

Schon mit sechs Jahren rekrutieren

Um dem derzeit viel diskutierten Mitgliederschwund entgegenzuwirken, werden die künftigen Generationen von Brandschützern in den Lindhorster Feuerwehren so früh wie möglich rekrutiert. Vorreiter in der Samtgemeinde sind die Feuerwehren in Lüdersfeld, Lindhorst und Beckedorf, die bereits eine Kinderabteilung gegründet haben.

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