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Finanzielle Schonzeit

Zehn Jahre Elterngeld Finanzielle Schonzeit

Seit zehn Jahren sorgt das Elterngeld in vielen Familien für eine Schonzeit nach der Geburt eines Kindes. Da lohnt sich ein Blick auf die Entwicklung in Schaumburg. Auch wenn die Geburtenrate dadurch nicht signifikant nach oben geschnellt ist, ist zumindest ein leichter Anstieg erkennbar.

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2016 haben 1051 Schaumburger Elterngeld beantragt. Immer häufiger handelt es sich um Besserverdienende.

Quelle: Landkreis

Landkreis. Im vergangenen Jahr konnte bei den Geburten ein Anstieg um fünf Prozent verzeichnet werden. Experten sprechen davon, dass sich vor allem Akademiker über 35 Jahre wegen des Elterngeldes für Kinder entscheiden. 2007 beantragten 876 Familien Elterngeld in Schaumburg, im vergangenen Jahr waren es 1051. Ausgezahlt wurden 2016 8,1 Millionen Euro.

115 Familien bekamen 2016 den Höchstsatz

Das Elterngeld scheint auch in Schaumburg offenbar für gut verdienende Familien ein wichtiges Kriterium zu sein, um sich für Nachwuchs zu entscheiden. So könnten zumindest die Angaben des Landkreises interpretiert werden. Während 2008 nur 32 Familien den Höchstsatz von 1800 Euro Elterngeld bekamen, waren es 2012 47 Antragsteller. Im vergangenen Jahr waren es dann sogar 115 Familien, die den Höchstsatz zugesprochen bekamen. Somit ist auch das durchschnittlich ausgezahlte Elterngeld in Schaumburg gestiegen – und zwar von 529,10 Euro auf 817,28 Euro. 2012 waren es noch 719,40 Euro.

Finanzielle Absicherung nach der Geburt

Grundsätzlich ist für die Berechnung des Elterngeldes das durchschnittliche Nettoeinkommen des Antragstellers aus den vergangenen zwölf Kalendermonaten bis zur Geburt maßgeblich. Auch für den jungen Vater Lars Bonfert (30) aus Bückeburg war das Elterngeld für die Nachwuchs-Planung durchaus wichtig: „Wir haben gerade ein Haus gekauft und benötigen monatlich eine gewisse Summe, um die Raten bezahlen zu können.“ Damit die finanzielle Belastung gestemmt werden könne, sei sein Gehalt, aber auch das seiner Frau eingeplant. Mit dem Elterngeld sei nun das erste Jahr nach der Geburt finanziell unproblematisch – ohne die Unterstützung des Bundes sähe das anders aus.

Wer vor der Geburt kein Einkommen hatte, bekommt einen Mindestsatz von 300 Euro zugesprochen. 2008 erhielten 321 Familien diese Summe für ein Jahr. Dieser Wert ist in Schaumburg in den vergangenen zehn Jahren sehr konstant geblieben. Im vergangenen Jahr waren es 323 Mütter beziehungsweise Väter.

Verändert haben sich hingegen die Zahlen hinsichtlich der Väter. Vor zehn Jahren beantragten 82 Prozent der Frauen das Elterngeld. Im Jahr 2012 waren es noch 78 Prozent und im vergangenen Jahr 70,26 Prozent. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass im Landkreis immer mehr Männer das Elterngeld im Laufe der vergangenen Jahre ausgezahlt bekommen haben. Auch die Fälle des Geschwisterbonus sind seit 2007 von 257 auf 345 gestiegen. Allerdings waren es im Jahr 2012 nur 202 Fälle.

Elterngeld-Plus für Teilzeit-Arbeitnehmer

Seit Juli 2015 gibt es noch eine Erweiterung des Elterngeldes, das Eltergeld Plus. Dieser Zusatz macht es für Mütter und Väter einfacher, Elterngeldbezug und Teilzeitarbeit miteinander zu kombinieren. Das Bundesfamilienministerium unterstützt Familien durch Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonus dabei, den Anforderungen von Kindererziehung und Arbeitswelt partnerschaftlich gerecht zu werden. Mit den Regelungen können Mütter und Väter länger Elterngeld beziehen, auch über den 14. Lebensmonat hinaus. Elterngeld Plus kann sich insbesondere für Eltern lohnen, die nach der Geburt des Kindes Teilzeit arbeiten möchten. Im Jahr 2015 wurde in 114 und im Jahr 2016 in 257 Fällen Elterngeld Plus im Landkreis Schaumburg gewährt.

Bis zur Einführung des Elterngeldes gab es übrigens das Erziehungsgeld – das war vom Einkommen des Partners abhängig. Ab einem Jahreseinkommen von etwa 51000 Euro bei Ehepaaren und 38000 Euro bei Alleinstehenden war der Anspruch erloschen. jemi

Elterngeld

Das Elterngeld wird zwölf Monate lang gezahlt, wenn ein Elternteil dieses beantragt. Nehmen jedoch Mutter und Vater Elternzeit, erhöht sich der Zeitraum auf 14 Monate. Der Maximalsatz liegt bei 1800 Euro, der Mindestbetrag bei 300 Euro. Zielsetzung des Gesetzgebers ist, dass das Elterngeld vorrangig ein zeitweiliges Ausscheiden aus dem Beruf ermöglichen soll, ohne allzu große Einschränkungen bezüglich des Lebensstandards hinnehmen zu müssen. Ab einem Jahreseinkommen von 500.000 Euro bei Ehepaaren und 250.000 Euro bei Alleinstehenden wird kein Elterngeld gewährt. jemi

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