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Kreis Schaumburg / Urlaub

„Fliegen tun sie doch“


Die viel zitierte Wirtschaftskrise hält die Schaumburger nicht davon ab, in den Ferienflieger zu steigen. Dies hat eine Umfrage der SN bei fünf Reisebüros ergeben. Deren Mitarbeiter sind allerdings gefordert, für den Kunden gründlich nach günstigen Angeboten zu fahnden. Urlaubsland Nummer eins ist nach wie vor Spanien.

Spanische Reiseziele wie etwa Mallorca stehen bei Schaumburgern am höchsten im Kurs – auch bei Kerstin Messerschmidt aus Liekwegen, die schon mal den Koffer packt.

© Grabowski

Kreis Schaumburg. „Ja, nach Spanien reisen viele Europäer, nur wegen Sonne und Wasser und Wein...“ Die deutsche Urlaubshymne „Que viva España“ aus den siebziger Jahren hat weiterhin Gültigkeit. Das spiegeln die Antworten der Reisebüro-Mitarbeiterinnen auf die Frage nach dem bevorzugten Urlaubsziel der Schaumburger 2009: „Nach wie vor Spanien“, gab Elke Hägemann an, Mitinhaberin des HM Reisebüros in Bückeburg.

„Balearen an erster Stelle“, verkündete Birgit Nehrmann (Schaumburger Reisebüro, Rinteln). „Mallorca“, lautet die spontane Antwort von Catrin Hendess (Reisebüro Auetal). „Immer noch Spanien“, sagte Michaela Raach (Reisebüro Denker, Stadthagen). Mallorca als „liebstes Ziel“, gab außerdem Christa Preuß an, Inhaberin des Nenndorfer Reisebüros, und nannte Gründe: „Die schöne Insel, die kurze Flugzeit, das sehr deutsche Umfeld.“

Als preisgünstige Alternativen seien die Türkei gefragt, Tunesien oder Bulgarien, ergänzte Nehrmann. Auf Erfolgskurs liegen nach Angabe aller befragten Reisebüros Kreuzfahrten, zumeist gebucht von jüngeren Paaren. Immerhin: Bereits für 700 Euro ist eine einwöchige Mittelmeerkreuzfahrt zu haben.

Der Preis aber liegt für viele Reisewillige, zumal für Familien, außerhalb des knapper werdenden Budgets. Die Schaumburger wollen verreisen. Das ist klarer Aussage-Tenor der Umfrage. Aber es werde sehr auf den Preis geschaut und dabei außerdem auf Qualität. Bei der Ausschau nach günstigen Angeboten „sind wir ganz schön gefordert“, so Hägemann. „Man muss sehr suchen“, bestätigte Nehrmann. Es gehe um jede 20 Euro, die eingespart werden könnten. „Geht’s nicht noch billiger?“ sei eine häufig gestellte Frage, gab Nehrmann an.


Die Entscheidung für eine Reise falle zögerlicher als in den Jahren zuvor, befand die Auetaler Reiseexpertin Catrin Hendess. Und manchmal werde aus wirtschaftlicher Vorsicht doch verzichtet. Neulich habe ein Mann einen Katalog für die Kanaren zurückgebracht, weil die Reisepläne aufgegeben wurden: „Wir wissen nicht, ob meine Frau im August arbeitslos wird.“

Eine Folge der knapperen Haushaltskassen sind spontane Buchungen. Viele Bürger trauen sich anscheinend mit Blick auf die eigene finanzielle Zukunft nicht mehr, lange im Voraus Urlaub zu planen. „Kurzfristige Buchungen von heute auf morgen“ sind laut Hägemann zur Zeit Tagesgeschäft im Bückeburger HM-Reisebüro. Trotzt aller Vorsicht und Bedenken: Auf den Urlaub außerhalb des eigenen Kulturkreises wollen die meisten Reisebüro-Kunden nicht verzichten. Catrin Hendess: „Fliegen tun sie doch.“ sk

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