Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 4 ° wolkig

Navigation:
Flüchtlinge „eine riesige Herausforderung“

Wohnungssuche Flüchtlinge „eine riesige Herausforderung“

Alle müssen mitsuchen: Was in den Kommunen bereits vorbereitet wird, hat der Kreistag am Dienstag amtlich gemacht. Städte und Gemeinden sind per einmütig verabschiedeter Satzung ab dem 15. Oktober verpflichtet, sich an der Wohnungssuche für Flüchtlinge zu beteiligen. Die Zeit drängt.

Voriger Artikel
Hilfe für Flüchtlinge und Obdachlose
Nächster Artikel
Jobcenter zahlt keine Mietkaution

In der Prince-Rupert-School will der Landkreis 600 Asylbewerber unterbringen. Weitere Gemeinschaftsunterkünfte soll es in Rinteln vorläufig nicht geben, so Landrat Jörg Farr.

Quelle: Archivfoto

Landkreis. Ziel sei es, „die Suche nach dringend benötigtem Wohnraum auf mehr Schultern zu verteilen und somit die dezentrale Unterbringung zu stärken“, sagte Landrat Jörg Farr (SPD). Man setze dabei besonders auf die Ortskenntnisse der Kommunalverwaltungen.

Der Kreistag beschloss, dass bei dem Ziel der kreisweit gleichmäßigen Verteilung von Flüchtlingen Notunterkünfte des Landes angerechnet werden. Das zielt aktuell besonders auf Rinteln, wo in der früheren Prince-Rupert-School bis zu 600 Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Farr versicherte, vorläufig würden in Rinteln keine weiteren Gemeinschaftsunterkünfte gesucht. „Allerdings können wir uns dabei nicht auf alle Zeiten festlegen“, fügte er hinzu.

Um dem durch die zunehmende Zahl an Flüchtlingen enorm steigenden Aufwand in der Ausländerstelle des Ordnungsamtes und im Sozialamt gerecht zu werden, genehmigte der Kreistag zusätzliche Personalstellen. Je nach Bedarf können somit kurzfristig bis zu sieben zusätzliche Angestellte und drei zusätzliche Beamte eingestellt werden.

Der Zustrom an Asylbewerbern sei „eine riesige Herausforderung“, kommentierte CDU-Fraktionschef Gunter Feuerbach. In den kommenden Monaten könne die Zahl der Flüchtlinge in Schaumburg von derzeit 1300 durchaus „auf 3000 bis 4000 ansteigen“. Zusätzlich zur dezentralen Unterbringung würden auch neue Gemeinschaftsunterkünfte gebraucht. „Dabei werden wir im Einzelfall um eine Größenordnung von 100 bis 200 Betten nicht herumkommen“, mutmaßte Feuerbach. Die Situation berge aber auch Chancen. „Wenn wir Mut zur Flexibilität zeigen, dann schaffen wir das“, bekräftigte er.

Von einer „grundlegenden gesellschaftlichen Veränderung“ angesichts der Flüchtlingskrise sprach SPD-Fraktionsvorsitzender Eckhard Ilsemann. Deutschland werde sich dadurch sozial und ökonomisch wandeln. Schaumburg sei aber relativ gut darauf vorbereitet.

Nach Auffassung von Michael Dombrowski (Grüne) sollten Asylbewerber durchaus stärker zu gemeinnützigen Tätigkeiten herangezogen werden, „um ihnen eine Alternative zum Nichtstun zu bieten“.

Landkreis und Kommunen hätten „in dieser Situation Gewaltiges zu leisten“, bemerkte Richard Wilmers (WIR). Heinrich Sasse (WGS) warf einen Blick „auf jene besorgten Bürger, die sich fragen, wie sie das alles persönlich betreffen wird“. ssr

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg