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Flüchtlingshilfe in Schaumburg - Einsatz mit Herz

Gastfreundschaft geht durch den Magen Flüchtlingshilfe in Schaumburg - Einsatz mit Herz

Abeer AlNaqip formt mit den Händen Bällchen aus einer Kichererbsenmasse und reicht sie Christa Harms, die die Falafel ins heiße Fett wirft. In der Küche herrscht Hektik, in zwanzig Minuten werden sich rund 50 Senioren, Kinder, junge Männer aus Syrien sowie Frauen mit und ohne Kopftuch im Gemeindehaus der Kirche Meinsen-Warber tummeln.

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Im Gemeindehaus der Kirche in Warbern ist von den Berührungsängsten zwischen Flüchtlingen und Dorfbewohnern nichts zu spüren.

Quelle: ber

Landkreis. Wie in vielen Kommunen in Schaumburg gab es auch in der 1521-Einwohner-Gemeinde Ängste und Vorbehalte, als die Arbeiterwohlfahrt (Awo) ankündigte, sechs Flüchtlingsfamilien in dem Dorf unterzubringen.

Von den Ängsten ist im Gemeindehaus der Kirche nichts zu spüren. Eher Vorfreude auf ein Festmahl, die durch den Duft von Falafel und Tabouleh, frisch gebackenem Bärlauchbrot und Joghurtdip noch gesteigert wird. Christa Harms und ihr Team servieren die Vorspeise: Möhrensuppe. Schnell bildet sich eine Schlange vor der Küche, trotzdem nehmen sich die Köchinnen Zeit, jeden Teller mit frischen Kräutern zu garnieren.

Dass es überhaupt soweit gekommen ist, liegt auch an Pastor Ulrich Hinz. Bei zwei Infoveranstaltungen wird deutlich, dass die Ansiedlung der Flüchtlinge in Meinsen-Warber bei den Dorfbewohnern Ängste hervorruft. Hinz sieht es als Aufgabe der Kirche, die Fremden zu beherbergen – wie es auch in der Bibel steht. Schnell findet sich ein fester Kreis aus Unterstützern, die den Flüchtlingen das Gefühl vermitteln wollen, dass sie im Dorf willkommen sind.

Von der Hilfsbereitschaft profitiert auch Abeer AlNaqip. Die junge Syrerin ist vor sechs Monaten mit ihrem Mann vor dem Bürgerkrieg nach Deutschland geflüchtet. Bald verlässt das Ehepaar das Flüchtlingshaus in Meinsen-Warber und zieht in eine eigene Wohnung nach Bückeburg. Abeer AlNaqip ist im achten Monat schwanger. Eine junge Nachbarfamilie hat ihr eine Hebamme besorgt. Die Hebamme widerum hat dem Ehepaar die Wohnung in Bückeburg vermittelt.

Am Tisch finden sich schnell Grüppchen, die sich bereits kennen. Eine junge Mutter erkundigt sich bei dem Mann von Abeer, ob er Hilfe beim Umzug benötigt. „Ihr habt ja noch gar keine Einrichtung. Da müssen wir uns drum kümmern.“ Stefanie Schenkendorf schaltet sich ins Gespräch ein, verspricht, eine Rundmail mit der Bitte um Hilfe zu schicken.

Die Unterstützerkreise entlasten die vier Sozialarbeiter der Awo, die für mehr als 800 Flüchtlinge im Landkreis zuständig sind. Dabei hilft jeder Ehrenamtliche ganz nach seinen Fähigkeiten. Ein pensionierter Deutschlehrer gibt in Meinsen Sprachkurse, Schenkendorf und ihre Familie sammeln Fahrräder, machen sie verkehrssicher und verteilen sie an die Flüchtlinge. Bis zum nächsten Supermarkt in Bückeburg sind es fünf Kilometer.

Auch der Bischof der Landeskirche Schaumburg-Lippe, Karl-Hinrich Manzke, hat die Zeichen der Zeit erkannt und eine Koordinatorenstelle eingerichtet. Seit Anfang des Jahres hält Ulrike van Gemmern den Unterstützerkreisen den Rücken frei, damit sie sich ganz auf die Hilfe der Flüchtlinge konzentrieren können, steht als Ansprechpartnerin zur Verfügung und vermittelt Seelsorger, die sich um die Ehrenamtlichen kümmern, wenn eine Familie abgeschoben wird. Denn die Nähe zu den Menschen, die irgendwann längst keine Fremden mehr sind, schafft eine Verbundenheit, die nicht mit Ablauf der Aufenthaltserlaubnis endet.

Das hat auch das Küchenteam um Christa Harms zu spüren bekommen. Ein Mitglied fehlt heute, denn die Frau und ihre Familie hat das Schreiben bekommen, vor dem sich alle Flüchtlinge fürchten: Ihr Asylantrag wurde abgelehnt, sie muss den Weg zurück in ihr Heimatland Mazedonien antreten. ber

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