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Fragwürdige Methoden

DLRG bittet um Spenden Fragwürdige Methoden

Die Briefe steckten kurz vor Weihnachten in vielen Briefkästen. Bettelbriefe der DLRG aus Bad Nenndorf, reißerisch aufgemacht: Dringend! Notruf kommt nicht an! In den sozialen Netzwerken wurde schnell Kritik laut angesichts der Form. „Der Erfolg gibt uns recht“, sagt indes Bundesgeschäftsführer Ralph Marschner.

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Bis auf den blauen Taschenkalender (links) umstritten: das jüngste Werbematerial der DLRG.

Quelle: tol

LANDKREIS.  Die Reaktion in den sozialen Medien im Internet kam prompt, eine Auswahl:

 „Ist das Fake oder ernst gemeint?“

 „Diese Bilder sollen bewusst auf die Tränendrüse drücken“.

 „Bisher dachte ich, DLRG wäre ein seriöser Verein.“

 „Würden sie das Geld dieser groß angelegten Werbeoffensive lieber mal ordentlich in den Ortsgruppen investieren!“

 „Heute war ein Bettelbrief der DLRG an meinen vor zwei Jahren verstorbenen Vater im Briefkasten.“

 Um Missverständnisse zu vermeiden: Die DRLG wacht an den Seen in den Sommermonaten über die Badegäste, fährt Kontrollrunden mit dem Boot. Die DLRG sichert beim Flussbadetag die Weserschwimmer. Die DLRG ist in den Bädern präsent, gibt Schwimmunterricht und bildet Rettungsschwimmer aus. Wer im Urlaub an die Küste fährt, fühlt sich besser, wenn die DLRG am Strand wacht. Da käme wohl niemand auf die Idee, die DLRG infrage zu stellen. Oder ihre Verdienste.

 Hier geht es um etwas anderes, nämlich, die Form des Spendensammelns, die offensichtlich Adressaten abschreckt.

Brutaler Kampf um Spenden

 Fairerweise muss man sagen, auch andere große soziale Organisationen bedienen sich dieser Methode. Und zugegeben: Der Kampf um Spenden ist brutal, Tierschützer, Wohlfahrtsorganisationen, Entwicklungshelfer – alle kämpfen um möglichst große Stücke vom Spendenkuchen.

 Trotzdem stellen sich mehrere Fragen. Die Wichtigste: Bekommen eigentlich die Ortsgruppen von diesem großen Spendenkuchen etwas ab? Oder versickert viel Geld in der Verwaltung? Die findet man in Bad Nenndorf. Und zwar den DLRG-Bundesverband und eine Hausnummer weiter den Landesverband.

 „Das Geld kommt bei den Ortsgruppen an“, betont Ralph Marschner, Bundesgeschäftsführer und Referatsleiter der Allgemeinen Verwaltung. Er nennt Beispiele: Wenn ein Bootsmotor gestohlen wird, zahlt die Versicherung nicht den ganzen Schaden. Das mache die DLRG. In Celle ist durch Brandstiftung die DLRG-Station ausgebrannt. Dafür habe die DLRG gezielt Spenden gesammelt. Wenn eine Ortsgruppe ein neues Boot braucht, in der Wachstation investieren muss, kann sie einen Antrag stellen. Die DLRG bezuschusse die Bauvorhaben.

 Warum diese besondere Form der Spendensammlung, die von vielen offensichtlich als reißerisch empfunden wird? Marschner sagt: „Der Erfolg gibt uns recht.“

 Warum sind die Adressen auf den Umschlägen offensichtlich nicht aktuell? Marschner sagt: „Darüber haben wir keine Kontrolle.“

Spendengelder versickern nicht

 Dass Spendengelder versickern, die Verwaltung überdimensioniert ist, schließt er aus: „Alles im grünen Bereich. Wir sind vom Deutschen Spendenrat zertifiziert. Da müssen sie alle Zahlen offen legen.“

 Dazu muss man wissen: Der Deutschen Spendenrat e.V. ist ein gemeinnütziger Dachverband Spenden sammelnder gemeinnütziger Organisationen. Er setzt sich für Transparenz, Effizienz und Nachhaltigkeit im Umgang mit Spenden ein. Die Mitglieder verpflichten sich, ihre Strukturen, Tätigkeiten, Projekte und Finanzen im Rahmen eines Jahresberichts offenzulegen, und lassen sich hinsichtlich der Finanzen prüfen. Das Ergebnis wird jährlich veröffentlicht.

 Auf der im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ veröffentlichten Rangliste der 50 Top-Spendenorganisationen war im vergangenen Jahr zum ersten Mal auch die DLRG unter den ersten 15 Organisationen dabei. wm

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