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Frauen, Ältere und Zuwanderer sollen es richten

Bückeburg Frauen, Ältere und Zuwanderer sollen es richten

„Wie schließen wir die Fachkräftelücke?“: Dieser Frage hat sich der Leiter der Geschäftsstelle Stadthagen der IHK Hannover, Martin Wrede, in einem Vortrag im Hotel „Ambiente“ genähert. Auf Einladung der Senioren-Union Bückeburg warb Wrede dafür, Ressourcen besser zu erschließen und Unternehmen zu entlasten.

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Martin Wrede, Leiter der Geschäftsstelle Stadthagen der IHK Hannover, referiert vor der Senioren-Union.

Quelle: mig

Bückeburg. Wrede ließ zunächst Zahlen sprechen. Der Leiter der Geschäftsstelle Stadthagen der IHK Hannover stellte eine Prognose vor, der zufolge die Zahl der Erwerbstätigen bis ins Jahr 2050 stark zurückgehen werde. Wenig rosig sei die ebenfalls prognostizierte Bevölkerungsentwicklung im Landkreis Schaumburg. Lediglich die Samtgemeinde Nenndorf werde bis 2030 wohl in etwa stabil bleiben. Bückeburg, Stadthagen und andere Städte verlieren voraussichtlich viele ihrer Einwohner.

 Weitere Schaubilder zeigten auf der einen Seite, dass „Fachkräfte“ immer stärker gesucht seien, während es auf der anderen Seite eine Nachfrage-Lücke bei Menschen ohne Berufsausbildung, aber auch bei den „Über-Qualifizierten“ gebe. Es müsse also nachjustiert werden, sagte Wrede, „Stellschrauben“ gebe es beispielsweise bei der Erwerbsbeteiligung von Frauen – „die ist bisher geringer als die von Männern“ – , bei den 60- bis 64-Jährigen – „die Quote der Erwerbstätigen ist noch nicht wesentlich über 50 Prozent“ – und bei den Zuwanderern.

 Es gehe dabei aber nicht um einen Zuzug „in die sozialen Sicherungssysteme“, sondern um Zuwanderer mit einer fachlichen Qualifikation. „Und die müssen dann in Deutschland willkommen geheißen werden. Eine solche Willkommenskultur gibt es bei uns nämlich noch nicht.“

 Ein Problem sieht Wrede darin, dass Zuwanderung bisher vor allem von äußeren Einflüssen bestimmt werde und nicht von der Frage „wen brauchen wir hier?“ Dem könne mit einem Punktesystem begegnet werden, wie es in anderen Ländern üblich sei.

 In Bezug auf die heimischen Unternehmer erklärte Wrede, diese sehen vor allem den Fachkräftemangel und die starke Alterung der Belegschaft als Herausforderung an. Fazit des Geschäftsstellenleiters: „Wir müssen investieren, in Berufsausbildung, in höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen, von Älteren und von Zuwanderern.“ Langfristig müsse man die Produktivität der Unternehmen hochhalten und noch steigern, „sodass man nicht mehr so viele Arbeitskräfte braucht“. Mit weiteren Belastungen sei niemandem geholfen, sagte Wrede. „Wir müssen die Flexibilität am Arbeitsmarkt erhalten und nicht einschränken.“

 Nach dem Vortrag gab es zahlreiche Kommentare und Fragen der Zuhörer. Friedrich Pörtner, Vorsitzender der Senioren-Union, beschrieb die Berufsorientierung an Schulen mit den Worten: „Die hatte das Gegenteil erreicht. Die meisten Schüler wollten danach an der Schule bleiben.“ Wrede stimmte zu und forderte, dass sich die Berufsorientierung an Schulen „dramatisch verbessert werden muss – und zwar an allen Schulformen“. Gymnasien dürften sich nicht nur als „Kaderschmieden für den akademischen Nachwuchs verstehen“, so Wrede weiter, „sie müssen Schulabgängern die ganze Bandbreite von Möglichkeiten eröffnen“.mig

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