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Freie Schule für Schaumburg

Ohne Frontalunterricht Freie Schule für Schaumburg

Eine Schule ohne Frontalunterricht, in der Kinder sich frei entfalten können, hat Franziska Hautau für ihr Kind gesucht. Nächstes Jahr soll ihr Sohn eingeschult werden, doch ein passendes Schulmodell war bisher nicht in Sicht. Die junge Mutter möchte nun eine Freie Schule gründen.

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Franziska Hautau (links) und Karin Gümmer haben das Ziel, im nächsten Jahr eine Freie Schule in Schaumburg zu eröffnen.

Quelle: col

LANDKREIS. Online entdeckte Hautau auf der Suche nach einer passenden Schule für ihr Kind verschiedene pädagogische Konzepte, unter anderem die der Freien Schule, die sie faszinierten. Doch weil der Weg zur nächsten in Coppenbrügge zu weit ist, entstand bei der jungen Mutter die Idee, eine eigene Schule zu gründen. Dies ist jetzt acht Wochen her und Hautau hat bereits rund 50 Unterstützer um sich versammeln können, neben interessierten Eltern auch Pädagogen, die sich vorstellen können, an der Schule zu unterrichten. Die 30-Jährige ist noch immer erstaunt über die große Resonanz, die ihre Idee ausgelöst hat.

Das Ziel der Gruppe ist ambitioniert, bereits zum Schuljahr 2018/19 soll der Unterricht beginnen. „Wir können das schaffen“, ist sich Katrin Gümmer sicher. In der Stadthägerin hat Hautau die perfekte Ergänzung gefunden, betreut diese doch Lernprojekte im Ausland und hat eine Praxis für Alexander-Technik (Körper-Pädagogik).

Das nächste Treffen ist für Juli geplant

Ein erstes Treffen von an dem Projekt Interessierten, die über Facebook oder Mund-zu-Mund-Propaganda davon erfahren haben, hat vergangene Woche bereits stattgefunden. Arbeitsgruppen haben sich dort zusammengefunden, zum Beispiel für die Finanzplanung. Das nächste Treffen ist für Juli geplant. Aus ihrem Bekanntenkreis wisse sie, dass Eltern sogar bereit seien, für die richtige Schule für ihr Kind umzuziehen. „Aus diesem Grund wäre unser Angebot auch für den Landkreis eine Bereicherung“, sagt Hautau, die selbst in Nienstädt zur Grundschule gegangen ist. Sie will ihr Projekt nicht als Kritik an dieser und anderen Bildungseinrichtungen in Schaumburg verstanden wissen, „wir wollen nur eine Alternative bieten“. Ihr sei es wichtig, dass ihr Sohn sich in seinem eigenen Tempo entwickeln könne. Die Freie Schule soll bis zur zehnten Klasse, eventuell sogar bis zum Abitur führen.

Dafür bedarf es aber viel Platz, weswegen Hautau und ihre Mitstreiter auf der Suche nach einem 5000 bis 7000 Quadratmeter großen Grundstück sind. „Toll wäre eine Lage am Waldrand“, sagt Hautau, die sich bereits mit Bürgermeister Oliver Theiß in Verbindung gesetzt hat. Auch mit Wendthagens Ortsbürgermeisterin Ulrike Koller habe sie bereits gesprochen, denn aufgrund der Lage zentral im Landkreis favorisiert die 30-Jährige diesen Stadthäger Ortsteil. „Aber wir müssen natürlich schauen, was für Angebote wir bekommen.“ Und ob es dort ein bestehendes Gebäude gibt oder ein Neubau geplant werden müsse. Denn für ein Schulgebäude bestehen hohe Auflagen.

„Wir wollen keine elitäre Schule sein“

Im Januar muss der Antrag – samt Konzept, Finanzplan und Kauf- oder Mietvertrag – bei der Landesschulbehörde eingereicht sein. Vergleichbare Neugründungen hätten 400.000 bis 600.000 Euro gekostet, weiß die Nienstädterin. Die Eltern zahlen ein monatliches Schulgeld, das – angepasst an ihr Gehalt – zwischen 100 und 500 Euro liegen soll. „Wir wollen keine elitäre Schule sein, sondern für alle Schichten geöffnet sein“, betont Gümmer. Eltern müssen auch sogenannte Elternzeiten leisten, „wer das nicht kann, muss diese abzahlen. Lehrer, die dort unterrichten, verzichten auf ihren Beamtenstatus, das Gehalt ist jedoch von der Landesschulbehörde festgelegt.

Zum Konzept: In Freien Schulen wird auf Frontalunterricht verzichtet, erklärt Gümmer. Es gebe verschiedene Themenräume, in denen Kinder selbstbestimmt lernen können. Gemeinsam mit dem Lehrer werde ein Wochenplan erarbeitet. So könne es zwar durchaus sein, dass Mathematik für eine Woche nicht auf dem Plan stehe, „aber die Lehrer bieten es immer wieder an und die Erfahrungen mit dieser Methode sind sehr gut. Denn niemand hat Unlust zu lernen“. Aber auch Freie Schulen müssen sich an die Kerncurricula halten. Die Schüler bekommen keine Noten, statt Klausuren gibt es Dokumentationen, auf denen die Lernstandsberichte (das Äquivalent zu Zeugnissen) basieren.“

Ein Werbefilm ist in Planung

Die ersten drei Jahre bezuschusst das Land die Schule nicht, „es gibt Stiftungen, bei denen man Gelder beantragen kann“, weiß Gümmer. Ein Teil soll über Schulgelder sowie Spenden finanziert werden. Für den Grundstückskauf können sich die Initiatoren auch ein Crowdfunding vorstellen, ein Werbefilm ist in Planung. Zum Start müssen zwölf Kinder angemeldet sein, das ist eine der Auflagen der Landesschulbehörde. Die Kinder sollen altersübergreifend unterrichtet werden und die Lehrer (für den Anfang wird mit mindestens zwei gerechnet) heißen Mentoren. Das Konzept sehe ein lebendiges Lernen mitten in der Natur vor. „Es soll viel praktischen Unterricht geben“, sagt Gümmer. Deswegen solle es auch Honorarkräfte geben; Tischler, Landwirte, Imker und Künstler, die Projekte anbieten.Kontakt: Franziska Hautau, (0171)6833546, E-Mail: f.hautau@googlemail.com und Katrin Gümmer, (0178) 3567254, E-Mail: k.guemmer@gmx.net. col

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