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Aus dem Landkreis Freie Schule in der Warteschleife
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Freie Schule in der Warteschleife
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00:23 17.03.2018
Die Initiatorinnen des Projekts Cordula Senne (von links), Karin Gümmer und Nicole Reichelt sowie Imke Axmann, die gerne als Lehrkraft an der neuen Freien Schule tätig werden würde. Quelle: tro
Landkreis

„Wir haben so weit alle Auflagen erfüllt und befinden uns nun in einer Warteposition“, sagte Karin Gümmer im Rahmen einer Informationsveranstaltung am Dienstagabend auf dem Gelände der Waldimkerei in Reinsdorf. Gümmer hatte besagtes Projekt gemeinsam mit Cordula Senne, Nicole Reichelt und Heike Decher in die Wege geleitet.

„Wir werden jetzt Schritt für Schritt die Anforderungen der Landesschulbehörde erfüllen und mit Professionalität überzeugen“, sagte Senne, die Vorsitzende des Trägervereins „Freier Bildungsraum“.

Vorverträge für die Lehrkräfte

„Einige Sachen müssen wir nacharbeiten. Da sind wir bereits dran“, ergänzte Karin Gümmer. Konkret sind es zwei Forderungen, die die Niedersächsische Landesschulbehörde (NLSchB) derzeit an die Projektinitiatorinnen stellt: Zum einen wollen die Verantwortlichen verbindliche Anmeldungen, zum anderen Arbeitsverträge von Lehrkräften vorgelegt bekommen, wovon mindestens zwei das Zweite Staatsexamen vorweisen können müssen.

Da das mit der Verbindlichkeit aber so eine Sache ist, wenn der Zeitpunkt der Realisierung offen ist, sollen die potenziellen Lehrkräfte nun zunächst Vorverträge unterzeichnen, die der NLSchB vorgelegt werden können.

24 Anmeldungen

Dafür stehen in nächster Zeit nun die ersten Bewerbungsgespräche mit Interessenten an. Anmeldungen liegen bisher 24 vor; um in dieser Hinsicht die Mindestvoraussetzung zu erfüllen, ist die Hälfte nötig. „Wir wollen in einen konstruktiven Austausch gehen, bekommen von der Sachbearbeiterin aber nicht die Möglichkeit“, kritisierte Gümmer.

Zudem berate die Baubehörde derzeit immer noch über das für die Schule anvisierte Objekt. Als Standort soll ein Gebäude auf der Grafensteinerhöh in Steinbergen dienen.

Dieses steht seit fast zehn Jahren leer und beherbergte zuvor eine Gaststätte. Das Problem: Es gibt keinen Bebauungsplan für das Grundstück, für den Schulbetrieb gelten aber besondere Auflagen. Als Interimslösung können sich die Initiatorinnen auch eine Containerlösung vorstellen, sollte das gewünschte Gebäude bis dahin nicht in dem notwendigen Zustand sein.

Durchgängiges Lernkonzept

Weiterhin stellte Gümmer erstmals Teile des Konzepts der Freien Schule vor. Man setze auf eine breite „Mischung aus reformpädagogischen Ansätzen“ und weiteren pädagogischen Methoden, sei dabei aber immer an das niedersächsische Kerncurriculum gebunden.

Zudem sei es auch möglich, verschiedene Prüfungen abzulegen, zum Beispiel für den erweiterten Realschulabschluss oder das Abitur – dies geschieht dann lediglich an externer Stelle. Von der 1. bis zur 10. Klasse sei ein „durchgängiges Lernkonzept“ vorgesehen, das darauf abzielt, dass die Kinder gemeinsam wachsen, eine Haltung entwickeln, ihre Stärken stärken und auf die Zeit nach der Schule gut vorbereitet sind.

Auf jeden Fall geht es weiter

Wenn es mit dem anvisierten Start zum neuen Schuljahr wider Erwarten nicht klappen sollte, soll das nicht das Ende für das Projekt bedeuten: „Dann sind wir nicht gescheitert, sondern es wird eben ein späterer Zeitpunkt werden“, sagte Reichelt. Der Bedarf für die alternative Schulform sei in jedem Fall gegeben, darum wolle man nicht zurückstecken: „Es geht weiter.“ tro