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Freispruch wird wahrscheinlicher

Stadthagen/Bückeburg/ Brandstiftung Freispruch wird wahrscheinlicher

Etappensieg für die Verteidigung: Gegen einen Stadthäger (19), der im vergangenen Herbst neun Brände gelegt und dadurch mehr als 350 000 Euro Sachschaden verursacht haben soll, besteht kein dringender Tatverdacht mehr.

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Monatelang haben Brandstiftungen die Feuerwehren in Stadthagen und Umgebung in Atem gehalten – und nun muss die Suche nach dem Täter möglicherweise neu beginnen. 

Quelle: Archiv

Stadthagen/Bückeburg. Das Landgericht in Bückeburg hat den Haftbefehl außer Vollzug gesetzt. Damit wird ein Freispruch wahrscheinlicher.
Zum ersten Mal seit dem Auftakt im Mai kam der Angeklagte gestern als freier Mann zum Prozess vor der 1. Großen Jugendkammer – und nicht in Handschellen. Bisher hatten ihn stets mehrere Wachtmeister begleitet. „Ich freue mich, dass sie freiwillig gekommen sind“, begrüßte die Vorsitzende Richterin Birgit Brüninghaus den 19-Jährigen. Soll heißen: Er hätte ja auch untertauchen können.

Aufgehoben hat das Gericht den Haftbefehl zunächst nicht. Dies hatte Verteidiger Ralf Jordan beantragt. Den Wortlaut des Beschlusses gab Richterin Brüninghaus nicht bekannt. Offenbar fehlen aber Beweise - zumindest für Brandstiftung. Niemand hat den Heranwachsenden jemals beim Zündeln beobachtet. Nachdem dennoch Gerüchte aufgekommen waren, hatten Polizisten ihn observiert, ohne den 19-Jährigen jedoch auf frischer Tat zu ertappen.

Bezüglich eines anderen Vorwurfs sieht das Gericht dagegen weiter einen dringenden Tatverdacht: Im Dezember soll der Stadthäger einer Frau (56), die in der Dunkelheit auf dem Weg zum Parkplatz an der Festhalle war, die Handtasche geraubt haben. Beute: 20 Euro, EC-Karten, eine Brille, ein Handy.

Die Entscheidung der Kammer, den Haftbefehl außer Vollzug zu setzen, ist mit strengen Auflagen verbunden. Der Angeklagte kommt in ein Wohnheim, das er nur mit Zustimmung der Betreuer verlassen darf. Auch muss sich der Heranwachsende regelmäßig bei der Polizei melden. Die Bückeburger Staatsanwaltschaft hatte Beschwerde gegen den Beschluss eingelegt, war damit aber vor dem Oberlandesgericht Celle gescheitert.
Den größten Schaden, rund 200 000 Euro, hatte durch die Brandserie ein Landwirt (64) aus Hülshagen, dessen Feldscheune im Oktober 2012 niedergebrannt war. Im August hatte es dort schon einmal gebrannt. Dieses Verfahren war jedoch eingestellt worden, weil sich eine Selbstentzündung von Heu aus Sicht der Ermittler nicht ausschließen ließ.

Der Landwirt kennt den Angeklagten. „Ich hatte eine gute Beziehung zu ihm“, erinnert sich der 64-Jährige. „Aber er wusste nicht, wo der Spaß aufhört.“ So soll der junge Mann Mitarbeiter mit Steinen beworfen haben.

Dass dieser ein Brandstifter sein soll, konnte der Landwirt zunächst nicht glauben. „Mittlerweile habe ich meine Meinung geändert“, sagt er und nennt zwei Gründe: Erstens hätten die meisten Menschen Angst vor den beiden Hunden, die zum Hof gehören. Zweitens hatte der Landwirt das Betriebsgelände vor dem Brand nach eigenen Angaben nur für kurze Zeit verlassen. Er glaubt deshalb, dass sich der Täter ausgekannt haben muss.  ly

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