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Aus dem Landkreis Freiwillige im Kampf gegen Ebola gesucht
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Freiwillige im Kampf gegen Ebola gesucht
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00:26 31.10.2014
Vorsicht ist geboten: Nur in speziellen Schutzanzügen dürfen sich Ärzte und Sanitäter Menschen nähern, die an Ebola erkrankt sind. Quelle: dpa
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„Die Ausbreitung zu verhindern ist ganz wichtig“, betont Bernd Koller, der Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes.

 Gesucht wird vor allem medizinisches Fachpersonal: Ärzte, Krankenpfleger, Hebammen, Physiotherapeuten, Pharmazeuten, Labortechniker und Röntgenfachkräfte. Darüber hinaus werde die Hilfe von Technikern aus dem Wasser-, Sanitär- und Elektrikbereich sowie von Logistikern gebraucht, führt der DRK-Chef weiter aus.

 „Wir müssen die Helfer vor Ort ständig austauschen“, erklärt Koller. Grundsätzlich sei jeder Freiwillige vier Wochen im Einsatz. Danach sollten die Helfer rund drei Wochen möglichst wenig soziale Kontakte haben und vor dem nächsten Einsatz ein halbes Jahr pausieren. Demnach müssen berufstätige Bewerber sich etwa sieben Wochen freistellen lassen.

 Bislang sind nach Angaben des DRK bundesweit 1898 Interessenten dem gemeinsamen Aufruf der Hilfsorganisation, des Bundesgesundheitsministeriums und der Bundesärztekammer gefolgt. Doch lediglich 520 der Interessenten hätten sich konkret beworben und 220 seien für den schwierigen Einsatz geeignet. Bewerber müssten belastbar und tropentauglich sein, sehr gut Englisch sprechen können und zudem über Erfahrung bei der Arbeit für humanitäre Hilfsorganisationen im Ausland verfügen, wie es seitens der Initiatoren des Aufrufs heißt.

 450 Helfer haben sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis Oktober mit dem Virus infiziert. Mehr als die Hälfte davon ist an Ebola gestorben. Koller ist überzeugt, Vorsichtsmaßnahmen seien das A und O, um die Gefahr einer Ansteckung gering zu halten: „Wenn alle Schutzmaßnahmen beachtet werden, ist das Risiko abschätzbar.“ In einem Ausbildungskurs im schleswig-holsteinischen Appen lernen die Freiwilligen, nach Vorgaben des Robert-Koch-Institutes, wie die Schutzanzüge angelegt werden und welche Vorsichtsmaßnahmen sie treffen müssen, um sich nicht anzustecken.

 Die Einsatzgebiete der Helfer, die sich beim DRK melden, sind ein Ebola-Behandlungszentrum in Kenema (Sierra Leone) und ein Behandlungszentrum in Monrovia (Liberia) mit jeweils bis zu 100 Betten.

 Zusätzlich sammelt das DRK auch Spenden für den Einsatz gegen die Ausbreitung des Ebola-Virus. Allein beim DRK-Kreisverband sind Koller zufolge schon mehr als 3000 Euro eingegangen.

 Informationen gibt es beim DRK-Kreisverband per E-Mail an info@drk-schaumburg.de und auf der Internetseite des DRK unter www.drk.de. tbh

Wenn der Virus Schaumburg erreicht

Was passiert, wenn in Schaumburg ein Fall von Ebola auftritt? Der DRK-Kreisverband ist nach eigenen Angaben vorbereitet. Rettungskräfte sind für die Diagnose und den Umgang mit Ebola-Verdachtsfällen geschult. Außerdem stehen nach Angaben des Vorsitzenden Bernd Koller den Einsatzzügen des DRK-Kreisverbandes für den Ernstfall zwei vollausgerüstete und auf die Versorgung vorbereitete Besatzungen zur Verfügung. Zur Ausrüstung gehören entsprechende Schutzanzüge und auch ein spezielles Fieberthermometer, mit dem der für die Untersuchung eines Patienten mit Verdacht auf eine Ebola-Infektion vorgegebene Abstand von einem Meter eingehalten werden kann. Ein für den Transport von Ebola-Patienten ausgestatteter Krankenwagen kann aus Hamburg angefordert werden. Das Krankenhaus in Hamburg-Eppendorf – eines von bundesweit zehn Behandlungszentren – ist für Ebola-Patienten aus Schaumburg zuständig. tbh

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