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Für Steuererleichterung

Bückeburg Für Steuererleichterung

Die Energiewende und das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sind zentrale Themen eines Besuchs des Bundestagsabgeordneten Maik Beermann bei der Firma Ahrens Solartechnik gewesen.

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Solartechnik-Unternehmer und Bundestagsabgeordneter bei Thema Energiewende gleicher Meinung.

Quelle: bus

Bückeburg. Dem Besuch des in der Bückeburger Kreuzbreite angesiedelten Unternehmens war ein teils kontroverser Briefwechsel vorausgegangen. Im persönlichen Gespräch erkannten Beermann und Solartechnik-Chef Dieter Ahrens viele Gemeinsamkeiten.

 Als vorteilhaft für den Verlauf des Meinungsaustausches erwies sich vor allen Dingen die Tatsache, dass der Politiker auf dem heimischen Bauernhof im Nienburgischen Steimbke selbst Betreiber einer Photovoltaik-Anlage ist. Die Gesprächspartner begegneten sich also gewissermaßen auf Augenhöhe. „Da bin ich ganz bei Ihnen“, war des Öfteren zu vernehmen.

 Im Briefwechsel hatte Ahrens den Adressaten aufgefordert, die Bürger-Energiewende nicht auszubremsen, keine neuen Subventionen für Kohlekraftwerke zu schaffen, beim Klimaschutz mit einem verbindlichen Gesetz ernst zu machen, die Kosten der Energiewende gerecht zu verteilen und nicht noch weniger für die Energieeffizienz zu unternehmen als die vorhergehende Regierung. In der Novelle erkenne man deutlich die Handschrift der großen Industriekonzerne, hatte Ahrens geschrieben. Und: „Solar- und Windstrom sind mittlerweile günstiger als alle anderen Kraftwerke, das kann doch nicht wirklich der Grund sein, diese Entwicklung jetzt zu stoppen.“

 In Beermanns Antwort war unter anderem zu lesen, dass das EEG den Kostenanstieg bei der Förderung des Ausbaus der erneuerbaren Energien bremsen und die Kosten gerechter verteilen solle. Sowie: „Dass gerade die Kohlekraftwerke im Moment noch nicht in der gewünschten Größenordnung abgeschaltet werden, ist sicher ärgerlich. Bis die erneuerbaren Energien die Versorgung sichern können, sollte für eine Übergangszeit der Einsatz von Braunkohle so klimaverträglich wie möglich erfolgen.“ Zugleich hatte der Politiker darauf aufmerksam gemacht, dass die parlamentarische Beratung der EEG-Reform noch nicht abgeschlossen sei.

 „Gesetze sind nicht in Stein gemeißelt“, bekräftigte der Bundestagsabgeordnete während des beinahe zweieinhalbstündigen direkten Gedankenaustausches. Falls sie nicht das bewirkten, was man gewünscht habe, könne man sie ändern. Gleichwohl plädierte der Gast dafür, nicht in jedem Fall nach dem Gesetzgeber zu rufen. „Es kann nicht immer alles nur vom Bund kommen“, sagte Beermann. „Auch andere müssen ein Stück weit kreativ sein.“ Der Auffassung des Abgeordneten für den Wahlkreis Nienburg II-Schaumburg zufolge sollte im Zusammenhang mit der Energiewende auf Subventionen verzichtet werden. „Ich würde lieber sehen, dass jeder, der im Bereich Energie etwas Positives unternimmt, sensibel mit den Ressourcen umgeht und dafür sorgt, dass weniger Kohlendioxid ausgestoßen wird, eine Steuererleichterung bekommt“, zeigte das MdB auf. „Jeder bekommt neun oder zehn Prozent von der Mehrwertsteuer zurück.“

 Der Gedanke traf beim Bückeburger Gesprächspartner auf ungeteilte Zustimmung: „Das wäre ideal.“ Ahrens stimmte zudem mit seinem Gast überein, dass die Energiewende nicht nur Photovoltaik, Biogas oder Windkraft, sondern auch Dinge wie beispielsweise Energieeinsparung und Gebäudesanierung betreffe.

 Beermann stellte überdies die Wichtigkeit der Beratung durch Fachleute heraus. Und dabei sollte auf die Kompetenz mittelständischer Handwerksbetriebe nicht verzichtet werden. „Es wäre manchmal sinnig, nicht nur auf die Großen und die Verbände zu hören.“ Er werde die Anregungen an die in den entsprechenden Bereichen tätigen Kollegen übermitteln. „Ich finde es gut, dass es Unternehmen wie die Firma Ahrens gibt, die sich innovativ aufstellen, die Herausforderungen annehmen und trotz eventueller Schwierigkeiten den Kopf nicht in den Sand stecken.“

 Dem Gespräch war eine ausgiebige Besichtigung des vor drei Jahren errichteten Gebäudekomplexes vorangegangen. Im Verlauf des Rundgangs brachte der Besucher nicht nur etliche bautechnische und organisatorische Details in Erfahrung, sondern auch die Tatbestände, dass Ahrens Solartechnik keine Freiflächenanlagen aufstellt und auf die Zusammenarbeit mit Anbietern verzichtet, die Cadmium verwenden oder Kriegsgerät herstellen. „Das mache ich einfach nicht“, betonte der Inhaber. „Da bin ich ganz bei Ihnen“, bemerkte Beermann. bus

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