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„Für mich war es die Hölle“

Massenschlägerei in Bückeburg „Für mich war es die Hölle“

„Ich habe geweint und mein ganzer Körper hat gezittert.“ Wenn Sandra B. (Name von der Redaktion geändert) an den vergangenen Sonnabend zurückdenkt, wird ihr noch immer übel. Die Bückeburgerin hat die Massenschlägerei der etwa 300 Hooligans am Bückeburger Bahnhof hautnah miterlebt.

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Die Hooligans stürmten am Bahnhof aufeinander zu.

Quelle: PR

LANDKREIS/BÜCKEBURG. Minuten, in denen die junge Frau nach eigenem Bekunden Angst um ihr Leben hatte. Sandra B. saß um 9.40 Uhr in der S1 nach Hannover. Sie war auf dem Weg zu ihren Eltern. Im Zug saßen bereits etliche Dortmund-Anhänger. „Sie haben getrunken und geraucht“, erinnert sich B.

Plötzlich stürmten die Hooligans aufeinander zu

Gegenüber stand die Westfalenbahn in Richtung Münster, in ihr 220 Fans des 1. FC Magdeburg. Nach fünf Minuten Verspätung fuhr die S1 an und stoppte umgehend wieder. Die Türen gingen auf und plötzlich stürmten die Hooligans aus beiden Zügen aufeinander zu. „Sie liefen raus mit so viel Aggression in ihren Augen, zehrten und schubsten mich zur Seite. Das ging fünf Minuten lang so“, erzählt B. im Gespräch mit den SN.

Einige Fußballanhänger seien mit Bierflaschen und Eisenstangen bewaffnet an ihr vorbeigerannt. „Die Holligans prügelten aufeinander ein wie Tiere.“ Der Bückeburgerin sind die Erlebnisse von Sonnabend noch deutlich anzumerken. Einige Passagiere flüchteten zwischenzeitlich in die Unterführung.

„Ich verstehe diese Menschen einfach nicht“

Die Hooligans seien zwischen 18 und 25 Jahre alt gewesen. Ein Mann soll eine Glasflasche durch das Gesicht gezogen bekommen haben. Mindestens einer sei auf die Gleise gestürzt. Nach der Auseinandersetzungen stiegen die rivalisierenden Gruppen zurück in ihre jeweiligen Züge. Einige Männer hätten blaue Augen, Beulen im Gesicht oder auch Schnittwunden erlitten. „Zurück im Zug unterhielten sie sich darüber, wie peinlich das ja alles war. Dass wer nicht dabei war, etwas ganz Großes im Leben verpasst hat“, schildert die Bückeburgerin. „Aber für mich war es einfach nur die Hölle und ich verstehe diese Menschen einfach nicht, die so bösartig sind und auch noch andere damit gefährden.“

B. hat einen Schock, ansonsten sei sie heil aus der Sache rausgekommen. Dennoch wundere sie sich, warum keine Polizei im Zug war, wenn so viele Fans unterwegs sind.

Austausch mit der Bundespolizei

Im Blick hatte die Bundespolizei das Aufeinandertreffen der beiden Gruppierungen in Bückeburg nach eigenem Bekunden nicht. Nach der Alarmierung fuhr eine Streifenwagenbesatzung der Bückeburger Dienststelle raus. Parallel gab es einen Austausch mit der Bundespolizei, schildert Matthias Auer, Sprecher der Bückeburger Behörde. Weitere Kräfte wurden aus den umliegenden Dienststellen gerufen, auch ein Hubschrauber sei losgeflogen. Doch vor Ort eingetroffen, sei die Westfalenbahn mit den Magdeburg-Fans bereits weg gewesen. Auch die Dortmund-Anhänger waren zurück in der S1. Die Großalarmierung wurde in Absprache gestoppt.

Am Bahnsteig fanden die Beamten lediglich Scherben, Blutflecken und Eisenstangen im Gleisbett. Noch am Sonntag waren Ermittler der Bundespolizei vor Ort, um Spuren zu sichern. Nach Angaben des Sprechers Martin Ackert werden Augenzeugen bald vernommen. An möglichen Straftaten liegen Körperverletzung, Landfriedensbruch, gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr sowie missbräuchliche Nutzung von Bahngeräten vor.

Fragt man Kenner der Szene nach ihrer Einschätzung, ist davon auszugehen, dass dieses Aufeinandertreffen der Hooligan-Gruppe kein Zufall war. Um so unverständlicher ist es für sie, dass die Behörden die Überschneidung der Wegstrecken an diesem Spieltag nicht im Visier hatten. vin

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