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Ganz oben ist die Luft noch dünn

Landkreis / Geschlechter/Wirtschaft Ganz oben ist die Luft noch dünn

Nadine Klostermann ist Marktbereichsleiterin der Volksbank Hameln-Stadthagen und damit eine von eher wenigen Frauen in Führungspositionen im Landkreis Schaumburg. Eine Geschlechterproblematik hat die 30-Jährige dabei nicht gespürt. „Ich habe mich als Frau nie ausgebremst gefühlt“, sagt sie. „Ich habe ganz normal meinen Weg beschritten.“ Welche Position man erreiche, sei unabhängig vom Geschlecht „ein Stück weit eine Frage von Engagement“.

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Volksbank-Marktbereichsleiterin Nadine Klostermann ist eine von wenigen Frauen in Führungspositionen in Schaumburg. © rg

Landkreis (lmh). Ähnlich sieht es Undine Rosenwald-Metz, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises. „Natürlich haben wir eine Überrepräsentation von Männern in den Führungspositionen, aber der Sprung nach oben ist für Frauen durchaus möglich.“ Ein Blick auf die Liste der Amtsleiter im Kreishaus offenbare so einige weibliche Vorgesetzte, beispielsweise im Straßenverkehrsamt und im Amt für Naturschutz. Im Rechtsamt seien sowohl Leiterin als auch Stellvertreterin Frauen.

Generell, so Rosenwald-Metz, sei auch zu bedenken, dass eine Führungsposition verstärkten Zeiteinsatz bedeute und viele daher die Bewerbung auf eine solche Stelle scheuten. „Acht Stunden reichen da nicht.“ Sie könne jede Mutter verstehen, die sich lieber ihrer Familie widme. „Ich selbst kann mich noch gut erinnern, wie das war, wenn mich traurige Kinderaugen anguckten und fragten: ‚Mama, musst du schon wieder weg?‘“

Auf Dauer könne sich die Gesellschaft – auch aufgrund des immer wieder zitierten Fachkräftemangels – eine solche Einstellung aber nicht leisten. Innovative Arbeitszeitmodelle könnten Abhilfe schaffen. „Bei uns ist es zum Beispiel so, dass ich mir die Stelle der Projektleitung mit meiner Kollegin teile“, berichtet Lena Specht von der „Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft“. Die Stabsstelle der Weserbergland AG besteht seit Anfang des Jahres und hat es sich zum Ziel gemacht, Frauen beim beruflichen (Wieder-)Ein- und Aufstieg zu unterstützen. „Wir haben einiges vor, sind grade dabei, Konzepte zu entwickeln“, so Specht.

Kathrein Bönsch, Leiterin des Arbeitskreises der Unternehmerinnen innerhalb des AdU (Arbeitgeberverband der Unternehmen im Weserbergland), begrüßt den positiven Trend hin zu mehr weiblichen Führungskräften. „Es könnte natürlich noch besser sein, aber ein Hoffnungsschimmer am Horizont ist zu sehen.“ Auch in Schaumburg kennt die Hamelner Unternehmerin „etliche Damen, die zumeist kleineren Betrieben vorstehen“, beispielsweise in der Stadthäger Spedition Bruns und beim Schaumstoffhersteller Polyform in Rinteln. Im mittleren Management gebe es inzwischen viele Frauen. „In der oberen Etage wird die Luft nach wie vor dünn. Aber die, die es schaffen, sind supertolle, toughe Frauen.“

Ein Patentrezept für mehr Frauen in Führungspositionen ist schwer zu finden. Rosenwald-Metz hofft auf Einsicht der Unternehmen, hält eine Steuerung von oben in Form einer Quote langfristig aber für „unabdingbar“. Klostermann rät Frauen zur Selbstsicherheit: „Das kommt sicher auf das Unternehmen an, aber man sollte seinen Willen zeigen und aussprechen, welches Ziel man vor Augen hat.“

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