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Ganz viel Beziehungsarbeit

Diakonie Schaumburg Ganz viel Beziehungsarbeit

Die Beratung von Jugendlichen, die mit Drogen in Kontakt kommen oder entsprechende Probleme haben, zählt zu den wichtigsten Themengebieten bei der Diakonie Schaumburg. Es handelt sich um eine überaus sensible Thematik, mit der die Stadthäger Einrichtung zu tun hat.

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Quelle: pr.

Landkreis/Stadthagen. Bei der in der Bahnhofsstraße 16 beheimateten Schaumburger Diakonie widmen sich drei Personen einer Thematik, die häufig mit Hemmschwellen von Seiten der Heranwachsenden verbunden ist. Sozialtherapeutin Sabine Kowalewski, Diplom-Pädagogin Regina Seitz und Sozialpädagoge Cord Koller nehmen sich bei der Schaumburger Diakonie Jugendlichen sowie deren Angehörigen an. Die Diakonie-Mitarbeiter thematisieren Anliegen, sprechen Probleme an, begeben sich gemeinsam mit den Betroffenen auf Lösungssuche. Die Melder von Drogenproblematiken sind unterschiedlich, es kann sich um Eltern, Lehrer, Partner oder Bekannte der Personen handeln.

Das Vertrauen gewinnen

Mit verschiedenen Angeboten zeigen die Therapeuten und Sozialarbeiter Jugendliche einen Weg aus deren Drogen-Dilemma auf. Mit ihren Qualifikationen können die Experten den meisten Jugendlichen helfen, ihre Probleme zu bewältigen. Worauf es hier ankommt, erklärt Seitz: „Es gilt, das Vertrauen der Jugendlichen zu gewinnen, diese zu veranlassen, dass sie sich uns gegenüber öffnen. Das ist ganz viel Beziehungsarbeit.“ Sind Jugendliche oder ihre Eltern an die Einrichtung herangetreten, dauert es im Normalfall lediglich rund eine Woche, bis sie ihren ersten Termin bekommen. Die schnelle Terminvergabe hat gute Gründe. Kowalewski: „Wenn wir länger warten, besteht die Gefahr, dass Jugendliche es sich anders überlegen, vielleicht noch mal abspringen. Das ist alles schon passiert.“

Dabei biete die Einrichtung an der Bahnhofstraße optimale Bedingungen. Seitz: „Wir befinden uns im Grunde genommen in einem geschützten Raum, und wir sind gegenüber eines Ärztehauses ansässig. Das sorgt für erhöhte Anonymität.“

24 Jugendberatungen in einem Jahr

Zwischen dem 1. Juli 2015 und dem 30. Juni 2016 gab es bei der Einrichtung insgesamt 24 Jugendberatungen, also etwa jede zweite Woche eine. Beratungen sind mit der Vergabe von Auflagen verbunden und kommen oftmals durch Eltern zustande, die bei den Kindern Veränderungen in deren Verhalten registrieren. Das Alter der Betroffenen liegt in der Regel bei 14 bis 18 Jahren. Es waren in der Vergangenheit jedoch auch schon 13-Jährige in dieser Beratungsstelle zugegen gewesen. Die Devise der Verantwortlichen lautet daher: „Wir müssen die Jugendlichen so früh wie möglich erreichen, sie für das Thema sensibilisieren, weitere Entwicklungen in diese Richtung zu vermeiden.“

Wenn es in Gesprächen um Betäubungsmittel geht, bietet sich vielfach auch die Hinwendung zum Thema Alkoholgenuss an. Dieser wird verschiedentlich oftmals ein wenig bagatellisiert, stellt aber eigentlich genauso wie die Einnahme von Betäubungsmitteln ein Drogendelikt dar. Seitz erläutert hierzu: „Bei Alkohol gibt es häufig eine höhere Toleranz, es sind da weniger Ängste vorhanden.“

Nicht nur Drogen sind ein Problem

Die drei Experten sind jedoch nicht nur in den Räumen der Diakonie tätig und versuchen, die Jugendlichen auf ihren Weg (zurück-) zuführen. Die Diakonie-Mitarbeiter suchen für den Nachwuchs relevante Orte auf. Kowalewski erklärt: „Wir sind regelmäßig in den Stadthäger Schulen, stellen dort uns und unsere Arbeit vor. Es ist hilfreich, wenn man in jüngeren Jahren mit diesem Thema konfrontiert wird.“ Ein Problem für die aufgesuchte Einrichtung sowie die dort tätigen Personen ist nicht nur der Konsum von Drogen, bei denen es sich zumeist um Cannabis handelt, sondern auch der Umgang mit vermeintlich legalen Kräutermischungen.

Die Diakonie Schaumburg unterliegt bei ihrer Tätigkeit der Schweigepflicht, gibt keinerlei persönliche Informationen von Klienten weiter. Die Gespräche sind kostenlos und je nach Wunsch auch anonym. Die offene Sprechzeit, bei der Unterhaltungen ohne vorherige Anmeldung durchgeführt werden können, ist jeweils Dienstag in der Zeit von 14 bis 18 Uhr. ano

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