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Gefährlicher Reiz des schnellen Erfolgs

Landkreis / Jahrbuch Sucht 2012 Gefährlicher Reiz des schnellen Erfolgs

Der Suchtmittelkonsum in Deutschland ist nahezu gleich geblieben. Größtes Problem sind nach wie vor die legalen Suchtmittel wie Alkohol und Tabak – so das Ergebnis des neuen Jahrbuches Sucht 2012 der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Das Jahrbuch geht unter anderem auf die Problematiken von Sucht am Arbeitsplatz (siehe linke Spalte) und Glücksspielsucht ein. Zwei Themen, die auch die Suchtberatung der Diakonie Schaumburg-Lippe beschäftigen.

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Glücksspielautomaten weisen ein hohes Suchtpotenzial auf.

Quelle: ddp

Landkreis (kil). Die Zahl der hilfesuchen Glücksspielsüchtigen hat sich seit 2005 verdreifacht. Laut DHS-Bericht haben sich 15 800 Spieler in ambulante Betreuung gegeben. Auch wenn es für Schaumburg keine konkreten Zahlen gibt, bestätigt Regina Danowski von der Stadthäger Suchtberatung der Diakonie diesen Trend. Das höchste Suchtpotenzial wiesen die an vielen Ecken präsenten Spielautomaten auf, weil sie eine ganz „eigene Dynamik“ hätten: „Es entscheidet sich in Sekunden, ob man gewinnt oder verliert“, diese Schnelligkeit mache den Reiz aus.

Die Betroffenen suchten die Beratung meist erst dann auf, wenn der Leidensdruck bereits sehr groß sei. Die vergleichsweise „harmlose Variante“: „Ich verspiele mein Gehalt“, schildert sie. Andere hätten bereits hohe Schulden angehäuft und mehrfach versucht, aus eigener Kraft mit dem Spielen aufzuhören – ohne Erfolg. Spielsüchtige spielten in der Regel mehrmals wöchentlich bis täglich.

Betroffen seien nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) etwa viermal mehr Männer als Frauen. Diesen Trend bestätigt auch Danowski. Ebenso wie einen höheren Zuwachs der 18 bis 25-Jährigen, von denen man zunächst vermuten könnte, sie würden ihren „Spieltrieb“ eher im Internet ausleben. Auch Live-Wetten seien bei 16- bis 17-Jährigen beliebt.

Infos auf www.spielen-mit-verantwortung.de, Beratungstelefon der BZgA zu Spielsucht: 08 00 – 1 37 27 00.

Plattform für Suchtprobleme am Arbeitsplatz

Seit April gibt es eine Internetplattform, die sich der Suchtproblematik in Betrieben widmet. Auf www.sucht-am-arbeitsplatz.de sollen sich Führungskräfte, Personalverantwortliche sowie Arbeitnehmer und -geber austauschen können, so die Initiatoren der Website, die Barmer GEK und die DHS.

Auch die Diakonie Schaumburg Lippe hat 2011 Jahr eine Plattform für dieses Thema geschaffen, in Form eines „Runden Tisches“ für Vertreter und Interessierte aus Schaumburger Unternehmen, wie Dominika Lachowicz von der Diakonie berichtet. „Der Bedarf war da.“ Es gehe um Fragen wie: Wie erkenne ich ein Suchtproblem? Wie soll ich reagieren?

Sucht am Arbeitsplatz sei seit vielen Jahren ein Thema, „allerdings häufig unterschätzt und vergessen“, so Lachowicz. Große Unternehmen verfügten oft schon über umfassende Programme – einen sogenannten „Stufenplan“.

Ulrike Suckow von der Diakonie sagt: Beim Thema Sucht könne es ein guter Weg sein, über die Arbeitsstelle zu gehen. Ein Warnschuss vom Chef könne helfen, zu erkennen, dass man etwas gegen seine Sucht tun muss, schließlich gehe es dabei um die persönliche Existenz.

Am häufigsten seien Betriebe mit der Problematik von Alkoholkonsum konfrontiert, aber auch leistungssteigernde Drogen nähmen besonders bei Jüngeren zu.
Der nächste „Runde Tisch“ für Interessierte ist am 19. Juni, 18 Uhr, Bahnhofstraße 16, Stadthagen. Um Anmeldungen unter (05721) 99 30 30 wird gebeten.

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