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Aus dem Landkreis Gefahr für Leib und Lohnkosten
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Gefahr für Leib und Lohnkosten
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19:56 20.02.2015
Eine Woche ohne Attest? Sprecher von Ärzteschaft und Arbeitgebern zeigen sich nicht begeistert von der Idee.  Quelle: Bild/Montage: jcp/Harmening
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Landkreis

Die Ärzte wollen auf diese Weise niedergelassene Kollegen mit überfüllten Wartezimmern entlasten. Erklärter Gegner der Idee ist Ahmet Cetindere, der Vorsitzende des Schaumburger Ärztevereins. Cetindere argumentiert dabei aus medizinischer Sicht. „Das ist gefährlich“, ist er überzeugt. Eine Woche ohne professionelle Überwachung und Kontrolle von Symptomen – „in zwei bis drei Tagen kann zum Beispiel eine Lungenentzündung entstehen“, sagt der Schaumburger Mediziner. Selbstredend müssten Allgemeinärzte sich auch oft mit „banalen Sachen“ auseinandersetzen. Aber sei’s drum, so Cetindere. „Das kann nicht funktionieren“, wertet er den Vorschlag seiner Magdeburger Berufsgenossen.
Auch für die lokale Wirtschaft befürchtet der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes der Unternehmen im Weserbergland (AdU), Jürgen Lohmann, mehr Schaden als Nutzen. Die vorgeschlagene Regelung nennt er „indiskutabel“. Sie öffne Missbrauch Tür und Tor. „Ich habe Schnupfen, dann gehe ich halt nicht hin“, überspitzt der Arbeitgebervertreter die möglichen Folgen.
Unter Generalverdacht stelle er Arbeitnehmer ausdrücklich nicht. Wenn zwei Prozent nicht ehrlich seien, treibe das aber ohnehin hohe Lohnkosten zusätzlich an. Im Vorschlag der Magdeburger sieht er „eine zusätzliche Belastung, die wir nicht tragen können“.
Gelassener reagiert Thorsten Gröger, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Nienburg-Stadthagen. Bereits jetzt können Berufstätige bis zu drei Tage ohne ärztliches Attest krankfeiern. Bei den Arbeitgebern gelten unterschiedliche Regelungen.
In einer Erweiterung sieht er kein Problem. Ohnehin sei es aus seiner Beobachtung eher so, dass Arbeitnehmer sich oft trotz gesundheitlicher Beeinträchtigung zur Arbeit schleppten. jcp

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