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Gefahr in der Dunkelheit

Wildunfälle im Landkreis Gefahr in der Dunkelheit

Wenn die Tage wieder kürzer werden, steigt die Zahl der Wildunfälle. Auch in Schaumburg gibt es jedes Jahr zahlreiche Unfälle, warnt die Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg.

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LANDKREIS. Gerade die Straßen, die am Wald oder an Maisfeldern liegen, können gefährlich sein, denn dort halten sich Wildschweine gern auf. Die Zahl der Wildunfälle ist in den vergangenen vier Jahren der Polizei zufolge konstant geblieben.
Im Jahr 2014 meldeten 515 Verkehrsteilnehmer einen Unfall bei der Polizei. Ein Jahr später waren es 519. Im vergangenen Jahr gab es 550 Wildunfälle. Dabei fällt laut Bernd Ritz vom Sachgebiet Verkehr der Polizei auf, dass in der ersten Jahreshälfte die Werte besonders niedrig waren. Im zweiten Halbjahr kletterten die Unfallzahlen jedoch auf einen Höchstwert. Besonders der November habe damals mit 73 Unfällen hervorgestochen.
2017 entspreche bis zum jetzigen Zeitpunkt den Werten der vergangenen Jahre. Im April gab es mit 56 Wildunfällen bisher die meisten Zusammenstöße von Auto und Tier.

Unfälle häufen sich zwischen 21 und 24 Uhr

Die Dunkelheit spielt die wichtigste Rolle bei den Unfällen – die meisten passieren zwischen 21 und 24 Uhr. Eher selten krachen Auto und Wild auf Straßen der Gemeinden zusammen, noch seltener auf der Autobahn. Wesentlich häufiger kommt es auf Landes- und Bundesstraßen zu Unfällen. Deshalb empfiehlt Ritz, bei früher eintretender Dämmerung besonders aufmerksam zu sein und nicht mit hoher Geschwindigkeit zu fahren.
Drohe trotzdem eine Kollision, sollte der Fahrer bremsen, das Lenkrad festhalten und nicht ausweichen, denn dabei komme das Auto meist von der Fahrbahn ab. Ein Zusammenstoß mit dem Gegenverkehr oder der Aufprall gegen einen Baum seien die Folgen, und diese seien in der Regel deutlich schlimmer als bei einem Unfall mit einem Tier.
Da die Gefahr vor allem in der Dunkelheit lauert, sind in regelmäßigen Abständen blaue Reflektoren am Straßenrand angebracht. Sie lenken das Licht der Autoscheinwerfer um 90 Grad um, sodass neben der Straße eine Art Lichtschranke entsteht, die das Wild davon abhalten soll, die Straße zu überqueren, erläutert Hermann Platte. Der Vorsitzende der Jägerschaft Schaumburg erklärt weiter, ein Erfolg durch die Reflektoren sei spürbar. Für ihr Anbringen sorgten die Revierinhaber.
Trotz der Vorsichtsmaßnahmen erlegen die Jäger etwa 300 Rehe im Jahr. Platte berichtet, dass etwa 20 Prozent der Tiere, die von den Jägern geschossen werden, Fallwild ist. Viele Unfälle geschehen auch im Frühjahr, während der Brunftzeit. Die Dunkelziffer von verunglückten Tieren liegt schätzungsweise höher. Die Autofahrer melden sich häufig nur dann, wenn das Fahrzeug beschädigt ist. Dann seien auch die Jäger berechtigt, eine Unfallbescheinigung für die Versicherung auszustellen. Streng verboten ist es, das Wild selbst mitzunehmen und zu entsorgen. jemi

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