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Gefahrensituation für Veterinäre

Wilhelm Brase über brenzligen Berufsalltag Gefahrensituation für Veterinäre

Erst kürzlich ist ein Mitarbeiter des Veterinäramtes im Havelland von einem 70-jährigen Landwirt erschossen worden. Der Grund: Dem Mann sollten wegen Überforderung die Kühe weggenommen werden. „Dieser Vorfall bewegt uns sehr“, sagt Wilhelm Brase vom Veterinäramt des Landkreises Schaumburg.

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Quelle: dpa/ Symbolbild

Landkreis. . „Hundertprozentige Sicherheit gibt es in unserem Beruf leider nicht“, ergänzt der Kreisveterinär.  Doch woher kommt das Gefahrenpotenzial? „Der Bereich des Tierschutzes ist mit vielen Emotionen verbunden, bei Landwirten ist oftmals die Existenz bedroht und die Tiere vielleicht das Letzte, was ihnen bleibt“, begründet Brase.

Ihm hat bislang niemand Gewalt angedroht, sagt der seit 1991 beim Veterinäramt Landkreis beschäftigte Mitarbeiter. Anderen Kollegen ist vor Ort jedoch schon mehrmals mit Schlägen gedroht worden. „Wenn der Landwirt mit der Mistgabel vor einem steht, wird einem schon mulmig“, sagt Brase.

Eskaliert eine Situation direkt, zieht Brase es vor, sich zurückzuziehen. „Unsere Sicherheit geht in diesem Moment vor.“ In der Regel kommt er beim zweiten Mal mit Polizeischutz zu seinem Einsatzort zurück. Andere Kollegen, wie Dr. Ulf Güber, sind in Deeskalation geschult und versuchen zunächst, die Situation alleine zu klären.

Wie Brase betont, kommt es jedoch weitaus häufiger, dass Betroffene mit Gewalt gegen sich selbst drohen, statt gegen die Mitarbeiter. „Wir bekommen zum Beispiel Sätze zu hören, wie, wenn ihr mir auch noch meine Tiere wegnehmt, hänge ich mich auf‘“, so Brase. Denn oftmals sei es, zum Beispiel bei Gewerbetreibenden, der Letzte von vielen Schritten, für die Sicherheit gehaltener Tiere zu sorgen. „Das ist bei den meisten Menschen der Punkt, der das Fass dann zum Überlaufen bringt.“  mak

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