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Aus dem Landkreis Geisler verlässt die Landeskirche
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Geisler verlässt die Landeskirche
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00:26 24.10.2015
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Landkreis

Die Erleichterung ist spürbar, als Landesbischof Karl-Hinrich Manzke auf Anfrage gestern entsprechende SN-Informationen bestätigte, wonach der umstrittene Kirchenamtspräsident Geisler ab November als Leiter des Rechnungsprüfungsamtes zur Landeskirche Hannover wechselt. Die Versetzung sei auf Wunsch Geislers ausgesprochen worden. Zwingen können hätte ihn sein Dienstherr zu diesem Schritt nicht. Qua Gesetz gelten die Leitungsämter auf Lebenszeit, so auch das des Präsidenten. Doch die beiden Landeskirchen fanden in Abstimmung mit dem vierfachen Familienvater eine einvernehmliche Lösung.

 „Darüber bin ich sehr dankbar“, betont Manzke und spricht rückblickend von einer „belastenden Situation für die gesamte Landeskirche“. Sein ausdrücklicher Dank richtet sich vor allem an Harald Weidenmüller, der in den vergangenen Jahren ehrenamtlich die Geschäfte des Kirchenamtspräsidenten übernommen hat.

 Jetzt muss sich die Landeskirche nach einem neuen Verwaltungschef umsehen. Doch bevor es so weit ist, und die Synode abstimmt, soll die bislang bestehende Gesetzeslage auf den Prüfstand kommen. Die Kirchenführung hat aus den vergangenen Jahren gelernt: Das Amt des Präsidenten soll künftig nicht mehr auf Lebenszeit gelten. Das zumindest will der Kirchenrat der Synode, also dem Kirchenparlament, empfehlen. Diese tagt am 13. und 14. November in Bückeburg.

 Gesucht wird dann erneut ein Volljurist. Ein abgeschlossenes Jurastudium mit Befähigung zum Richteramt ist die Grundvoraussetzung für das nun vakante Amt. Damit kommt der ehemalige Stadthäger Bürgermeister Bernd Hellmann als Nachfolger Geislers nicht infrage. Der Stadthäger hat seit Januar dieses Jahres die Kirche beraten und somit einen Teil der Aufgaben des Kirchenamtspräsidenten übernommen. Nach Angaben Manzkes gilt Hellmanns Vertrag noch bis April. Dann soll der Posten des Präsidenten wieder besetzt sein.

 Wie berichtet, gab es seit Dienstantritt Geislers Schwierigkeiten innerhalb der Landeskirche. Sowohl im Verhältnis zum Landesbischof als auch zur Mitarbeiterschaft gab es immer wieder Reibungen. Manzke reagierte und wollte das zerbrochene Porzellan kitten. Er schickte Geisler auf eine Hospitation und zuletzt für 13 Monate auf Abordnung nach Hannover. Doch die Scherben blieben. Nun gilt der Scherbenhaufen als weggefegt. vin

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