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Aus dem Landkreis Geld aus Brüssel in die Region holen
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Geld aus Brüssel in die Region holen
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00:16 16.07.2017
Quelle: dpa
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LADNKREIS

„Seit vielen Jahren gibt es erfolgreiches Energiemanagement in Schaumburg“, resümiert Tobias Timm, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur. Schon vor drei Jahren gab es dafür die „Good-Practice“-Auszeichnung der Deutschen Energie-Agentur. Nun wird über drei Jahre eine Auswahl öffentlicher Liegenschaften systematisch auf ihren Energieverbrauch durchleuchtet, um Strategien für Einsparungen zu entwickeln. Das Hamelner Unternehmen Target übernimmt als Netzwerkmanager den administrativen Teil auf Grundlage der Datensätze aus den Verwaltungen. 270000 Euro vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) stehen über den dreijährigen Förderzeitraum zur Verfügung, 4000 Euro beträgt der Eigenanteil pro Jahr für jede Kommune.

Aus drei Bausteinen setzt sich die energietechnische Beratung zusammen: Im ersten Schritt wird ein jährliches Controlling aufgebaut und die Energiepläne der Kommunen werden erstellt. Daten über die Flächen, Nutzung und Verbrauch der Gebäude werden in eine Software eingepflegt. „Wir erfassen beispielsweise den Heizverbrauch des Kreishauses und bilden einen vergleichbaren Mittelwert für Gebäude dieser Größenordnung“, erklärt Timm.

Mehr Arbeit und Personaleinsatz gefordert

Der Betrieb von bis zu zehn Gebäuden pro Kommune soll über monatliche Auswertungen optimiert werden. „Es geht unter anderem darum, kleine Fehlerquellen zu entdecken. Zum Beispiel ob die Nachtabschaltung der Heizung in der Schule richtig funktioniert“, erläutert Target-Geschäftsführer Andreas Steege. Ein prüfender Blick auf die Pumpen, die Dimension oder den hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage oder den Stromverbrauch von Rechnern und Beleuchtung soll das Sparpotenzial offen legen. Im Anschluss gibt es Empfehlungen für „geringinvestive Maßnahmen“, wie neue Thermostat-Ventile und Zeitschaltuhren oder einfach bessere Einstellungen und ein bewussteres Nutzerverhalten. Langfristiger angelegt sind die strategischen Entscheidungen für Sanierungen: „Verschiedene Varianten müssen abgewogen werden: Lohnt es sich etwa für die Kindertagesstätte ein Blockheizkraftwerk im Keller oder eine Solaranlage auf dem Dach zu installieren?“ Welchen Standard der Modernisierung die Politik setzen will, sei dabei entscheidend.

Trotz der Bundesförderung seien mitnichten alle Kommunen auf Anhieb von dem Programm begeistert: „Im Vorfeld gab es einige Diskussionen und es hat gedauert, bis wir überall unsere Ansprechpartner gefunden hatten“, erklärt Fritz Klebe vom Hochbauamt des Landkreises. Denn das Zusammentragen des nötigen Datenmaterials bedeutet vor allem für kleinere Gemeinden Arbeit und mehr Personaleinsatz. „Die Rechnungen von Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Schulen und Rathäusern werden oft dezentral von verschiedenen Trägern verwaltet“, so Klebe.

Lohnen sollte es sich trotzdem. „Der erste Schritt des ganzen Verfahrens ist der Aufwendigste, doch mehr als 40 Stunden sollte die Recherche nicht in Anspruch nehmen“, schätzt Steege. Im Schnitt rechnet Target mit Einsparungen zwischen zehn und fünfzehn Prozent pro Kommune. Je nach Objekt und Effizienzgrad winken verschiedene Förderungen: Wir wollen das Geld aus Brüssel in die Region holen“, sagt Timm. „Die NBank unterstützt solche kommunalen Investitionen mit einer Förderquote von 50 Prozent.“ geb

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