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Aus dem Landkreis Geld für Fachbücher fehlt
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Geld für Fachbücher fehlt
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18:15 15.12.2017
Fleißig lernt Mira F. im Rahmen ihrer Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin. Quelle: rg
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Landkreis

Für die alleinerziehende Mutter einer achtjährigen Tochter ist dies die zweite Ausbildung. Die 29-Jährige ist bereits Kauffrau im Einzelhandel, hat aber keinen Job gefunden. Die ihr angebotenen Arbeitszeiten, oft entweder früh am Morgen oder bis in den Abend hinein, ließen sich nicht mit der Betreuung ihrer Tochter verbinden. In der Nähe wohnende Familienangehörige, die ihr Kind zeitweise betreuen könnten, hat Mira F. nicht. Da entschloss sich die 29-Jährige zu einer zweiten Ausbildung. „Ich will auf keinen Fall von HartzIV leben“, sagt sie, „ich will unbedingt etwas tun, um weiterzukommen.“ Dazu kommt: „Ich liebe es, Sprachen zu lernen.“ Sie sieht ihre Zukunft nach Abschluss der Ausbildung im Sommer 2019 in der Tourismus-Branche, macht schon bald ihr erstes Praktikum bei einem Reiseveranstalter.

 Der jetzigen Lebenssituation als Alleinerziehende ging eine bittere Ehegeschichte voraus. Gerade aus einem Balkanstaat eingewandert, heiratete Mira F. vor neun Jahren einen deutschen Mann, kurz darauf wurde die gemeinsame Tochter geboren. Doch schon bald bekam ihr Mann zunehmende Probleme mit dem Alkohol. „Er wurde immer öfter mir gegenüber unkontrolliert“, erzählt die junge Frau zurückhaltend in perfektem Deutsch. Das Ende der Tragödie war ein Polizeieinsatz und ihre Flucht mit der Tochter in ein Frauenhaus. Dort lebte sie sechs Monate. „Das war eine ganz schwierige Zeit für mich, aber ich habe das irgendwie überstanden“, sinniert sie. Es folgten die Scheidung und der Beginn ihrer ersten Ausbildung.

500 Euro zum Leben

Die kleine Familie lebt heute von BaföG, Kinder- und Wohngeld sowie Unterhaltsvorschuss – insgesamt 1460 Euro monatlich. Nach Abzug aller Fixkosten, zu denen neben der Miete von 550 Euro auch die Kosten für die von ihr als Schülerin über 25 Jahre selbst zu tragende Krankenversicherung und das Auto, das sie für den Schulbesuch braucht, gehören, verbleiben knapp 500 Euro zum Leben. Mira F. ist Stammkundin bei der Tafel, erwirbt ihre Kleidung ausschließlich in der Kleiderkammer. „Luxus kennen wir nicht“, sagt sie mit sorgenvollem Blick auf ihre Tochter, „Essen gehen, Kinobesuch oder Urlaub, das gibt es für uns nicht.“

 Was für die junge Mutter eine nicht aus eigener Kraft zu meisternde finanzielle Herausforderung darstellt, ist das Bezahlen der vielen Fachbücher für die Ausbildung. „Ich hätte nie gedacht, dass diese Bücher derart teuer sind“, erschrickt sie. Allein für dieses und das kommende Schulhalbjahr fallen Kosten in Höhe von mehreren hundert Euro an. „Hier kann Spendengeld aus der Weihnachtshilfe richtig gut helfen“, sagt die Sozialarbeiterin der Arbeiterwohlfahrt, die die kleine Familie betreut. „Die Geschichte von Mira F. steht für viele andere von alleinerziehenden Frauen, die sich mühsam den Weg in die finanzielle Unabhängigkeit erkämpfen – dies zu unterstützen, ist äußerst lohnenswert“, fügt die Sozialexpertin hinzu. ssr

Die Konten der Weihnachtshilfe

Seit mehreren Wochen läuft die 23. Saison der SN-Weihnachtshilfe. Unter dem Motto „Schaumburger helfen Schaumburgern“ werden Spenden für Bedürftige im Landkreis gesammelt. Wenn Sie helfen möchten, überweisen Sie Ihre Spende bitte auf eines der Konten der „Aktion Weihnachtshilfe“ bei:

  • Sparkasse Schaumburg, IBAN DE17 2555 1480 0470 0044 66.
  • Volksbank Hameln-Stadthagen, IBAN DE92 2546 2160 0024 7006 00.
  •  Volksbank in Schaumburg, IBAN DE97 2559 1413 7306 6630 00.
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