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Gesamtklinikum bietet 800 Menschen Arbeit

Erste Schritte zur Zusammenlegung Gesamtklinikum bietet 800 Menschen Arbeit

Mehr Leistung, mehr Qualität und gleichzeitig mehr Wirtschaftlichkeit – das verspricht die Krankenhausprojektgesellschaft für das neue Gesamtklinikum Schaumburg, das zum Jahreswechsel 2016/2017 in Vehlen an den Start gehen soll.

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Mit der Konzentration einzelner Abteilungen werde schon jetzt ein Teil der künftigen Entwicklung vorweggenommen, sagt Achim Rogge (rechts). Der Mediziner und Betriebswirt ist Sprecher der Krankenhausprojektgesellschaft. Mit dem Technischen Leiter Dirk Hahne stellte er gestern in Vehlen den Baufortschritt vor. 

Quelle: rg

Landkreis. Gestern hat die Geschäftsführung den weiteren Fahrplan bis zur Verschmelzung der bislang drei Standorte in Stadthagen, Bückeburg und Rinteln vorgestellt.

Wie Sprecher Dr. Achim Rogge gestern bei einem Ortstermin auf der Baustelle betonte, sollen in dem neuen Schwerpunktkrankenhaus auch zahlreiche medizinische Angebote Platz finden, die derzeit noch nicht im Landkreis in Anspruch genommen werden können. So würden bereits im Rintelner Krankenhaus eine neurologische Abteilung mit Stroke-Unit für Schlaganfallpatienten und im Bückeburger Krankenhaus Bethel eine Lungenheilkunde aufgebaut, die später in den Neubau umziehen sollen. Mit einer Urologie-Belegabteilung komme eine weitere neue Disziplin hinzu.

„Wir streben auch die Zertifizierung als Traumazentrum an“, ergänzt Rogge und verweist auf die zunehmende Zahl schwerer Verkehrsunfälle auf der nahen Autobahn 2. „Die Rettungshubschrauber fliegen bisher an unseren drei Häusern vorbei – für die Patienten vergeht wertvolle Zeit“, macht er deutlich.

Gearbeitet werde auch an einer Kooperation mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Ziel sei der Titel eines akademischen Lehrkrankenhauses, um Studenten zu Ausbildungszwecken an das Gesamtklinikum zu holen. Man verbinde dies mit der Hoffnung, Absolventen nach dem Studienabschluss dauerhaft an das Schaumburger Land binden und so dem Ärztemangel auch bei niedergelassenen Medizinern etwas entgegensetzen zu können, so Rogge.

Für das Gesamtklinikum planen die Verantwortlichen mit rund 600 Vollzeitstellen. Weil ein nicht unerheblicher Teil der Belegschaft in Teilzeit arbeite, entspreche dies der Zahl von etwa 800 Mitarbeitern. Das bedeute, dass es gegenüber heute einen Überhang von 186 Vollzeitstellen gebe, die in den kommenden eineinhalb Jahren abgebaut werden müssen. „Das heißt keinesfalls, dass es zu Massenentlassungen kommt“, versichert Rogge. Der weitaus größte Teil dieser Stellen werde über die natürliche Fluktuation reduziert, das Auslaufen befristeter Arbeitsverhältnisse und Altersteilzeitmodelle. Eine Reihe von Arbeitnehmern sei kurz vor dem Renteneintritt.

Für 30 Vollzeitstellen, also etwa 40 Mitarbeiter, gebe es nach derzeitigem Stand ab 2017 keine Weiterbeschäftigungsperspektive. Rogge zufolge handelt es sich dabei fast ausschließlich um Mitarbeiter aus dem technischen Bereich, wo durch die Zusammenlegung der Häuser naturgemäß der Personalbedarf stark sinke. „Für sie müssen wir nach einer Alternative suchen.“ Betriebsbedingte Kündigungen seien zwar nicht ausgeschlossen, heißt es. Landrat Jörg Farr zeigt sich aber zuversichtlich, dass es gelingen wird, dies zu verhindern – wie schon beim bereits vollzogenen Stellenabbau. Denkbar sei, dass Betroffene in anderen kreiseigenen Einrichtungen unterkommen.

„Für die Patienten wird es zu keinen Einschränkungen kommen“, versichert Rogge. Im Gegenteil: Der medizinisch-pflegerische Bereich werde in den kommenden Jahren möglicherweise noch ausgebaut.

In den nächsten Wochen sollen die Strukturen der drei Kliniken auf die Zusammenlegung vorbereitet werden. Für den Standort Rinteln ist damit ein Aderlass verbunden: So soll ab 1. Juli nicht mehr in der Weserstadt operiert werden, die unfallchirurgischen Aufgaben übernimmt für den gesamten Kreis Stadthagen. Die Schultergelenk-Chirurgie wird in Bückeburg konzentriert. Lager und Küche werden von Rinteln nach Stadthagen verlegt. Der Standort an der Weser verliert auch die Fachrichtungen Kardiologie und Gastroenterologie, bekommt dafür aber die Hoheit bei Geriatrie und Neurologie.

Die beiden Geburtshilfestationen in Stadthagen und Bückeburg sollen bis zur Aufgabe der Standorte – trotz betriebswirtschaftlicher Gegenargumente – erhalten bleiben, so Rogge.

bes

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