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Gesenkte Säue

Mein Landleben Gesenkte Säue

Autofahren auf dem Land macht Spaß. Und ist auch ganz einfach. Sogar mit richtigen Autos. Also solchen, die größer sind als diese Miniatur-Mobile für Park-Legastheniker. Auf dem Land kann nämlich jeder einparken.

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Freifahrtschein für schlechtes Autofahren in der Stadt.

Quelle: Anke Weber

Mein Landleben. Die meisten können es tatsächlich – sie sind seit ihrer Kindheit gewohnt, mit Pferdehängern und Gülle-Tankwagen zu rangieren. Und alle anderen haben genug Platz. Einfach rechts ranfahren, im Zweifel schräg stehenbleiben. Stört sowieso niemanden. Fahren alle drumherum.

Drumherumfahren sind die Leute auf dem Dorf nämlich gewohnt. Das müssen sie ständig machen. Meistens um Schafe, Kühe, Hunde oder Hühner. Da machen die Autofahrer unaufgeregt einen Bogen, nehmen einen anderen Weg, warten oder scheuchen die entlaufenen Hühner zurück auf den Hof. Auf dem Dorf hupt auch niemand. Höchstens zur Begrüßung.

In einem solchen Fall kann es vorkommen, dass zwei sich begegnende Autofahrer mitten auf der Fahrbahn anhalten, die Scheibe herunterkurbeln und selbst die Straße blockieren. Einfach, weil sie ein kurzes Schwätzchen halten wollen. Ich weiß Autofenster-Gespräche sehr zu schätzen. Sie liefern den neuesten Klatsch im Zeitraffer. Denn spätestens, wenn das nächste Auto kommt, muss man fertig sein mit dem Informationsaustausch.

Keine Zeit für überflüssige Details. Gespräche dieser Art sind in der Stadt undenkbar. Deshalb macht Autofahren in der Stadt keinen Spaß. Und ist auch irgendwie schwieriger. Schon wegen der vielen Ampeln und Fahrradfahrer. Beides gibt es auf dem Land kaum. Und die ständige Parkplatzsuche in der Stadt ist ebenfalls ein Hindernis. Da helfen auch keine Park-Apps.

Ich selbst habe meinen Führerschein in einer großen Stadt gemacht und bin sogar regelmäßig in Städten unterwegs. Aber irgendwie gibt es da immer so viele Spuren und so wenige Parkplätze. Das kann ein Dorfkind schon verwirren. Da kann man sich nicht immer an die Regeln halten.

Wenn plötzlich auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine Parkbucht frei wird, muss man handeln. Das gibt dann manchmal sehr viel Huperei. Aber egal. Ich besorge mir jetzt einfach diesen Freifahrtschein für die Stadt, den ich neulich auf einer Heckscheibe gesehen habe. Es ist ein Aufkleber. „Vom Dorf“, steht darauf.

Damit kann ich jetzt in der Stadt parken und fahren wie eine gesenkte Sau. Ich komme schließlich vom Dorf.

Anke Weber

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