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Gesprächsrunde in der Küche

„Talk am Topf“: Thema Sicherheit Gesprächsrunde in der Küche

Um das Thema Sicherheit hat sich die zweite Ausgabe der SN-Gesprächsrunde „Talk am Topf“ gedreht. Die Moderatoren Marc Fügmann und Verena Insinger hatten in den Gasthof Vehlen eingeladen – wo sie gemeinsam mit den Podiumsteilnehmern das Thema Sicherheit aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchteten.

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Im Gasthof Vehlen geht es auf dem Podium mitunter auch um schwere Kost, während es im Hintergrund auf dem Herd köchelt.

Quelle: rg

Landkreis/Vehlen. Der Stadthäger Strafrichter Kai Oliver Stumpe widerlegte mit Zahlen, dass es auf Schaumburger Straßen unsicherer geworden ist. In den vergangenen elf Jahren habe sich die Zahl der Verfahren in seinem Bezirk auf einem konstanten Niveau gehalten – bei etwa 400. „Es ist ein subjektiver Eindruck, dass die Zahl und die Qualität der Straftaten steigt“, sagte er. Stumpe begegnete auch dem Vorwurf, die Justiz agiere zu lasch. Letztlich sei eine Entscheidung immer vom Einzelfall abhängig. „Präventive Maßnahmen helfen oft eher als harte Strafen, das ist belegt“, sagte der Richter – selbst eher als streng bekannt. Für ein schnelles Verfahren fehle aber oft das Personal.

Anke Heldt konnte aus zwei Perspektiven zu der Gesprächsrunde beitragen: Zum einen berichtete sie als Leiterin des „Weißen Rings“ in Schaumburg aus der Arbeit der Opferhilfe-Organisation. Im Einbruchsfall zum Beispiel sei für die Betroffenen meist die Verletzung der Privatsphäre am schlimmsten. „Die Täter setzen sich auf das Bett, durchwühlen die Wäsche – das ist das Privateste, das die Menschen haben“, so Heldt. Die Helfer des „Weißen Rings“ würden in solchen wie auch in anderen Situationen mit den Betroffenen sprechen und sie betreuen. Zum anderen berichtete Heldt, sie sei selber einmal Opfer eines Betrügers geworden – der ihr später sogar nachstellte. „Mittlerweile fühle ich mich wieder sehr sicher. Ich bin aber auch ein starker Mensch, andere erholen sich davon nur schwer.“

Häuser vor Einbrüchen zu schützen ist das Spezialgebiet von Frank Gröger, dem Chef des gleichnamigen Nienstädter Sicherheitshauses. „Wir merken an der Nachfrage, dass die Zahl der Einbrüche steigt“, sagte er. „Heute könnte jeder ein Einbrecher sein. Ein Schraubendreher reicht, um ein ungesichertes Fenster zu öffnen.“ Zur Prävention riet er, das Haus bei Abwesenheit durch Licht bewohnt aussehen zu lassen, die Klingel abzuschalten – und zu einer guten Nachbarschaft, in der man die Augen offen halte.

Falschgeld kommt hauptsächlich aus Neapel

Henning Wulfers dagegen gab Einblicke in sein Fachgebiet als Falschgeld-Experte bei der Polizei Hannover. In Niedersachsen seien im vergangenen Jahr rund 5000 falsche Banknoten sichergestellt worden. Besonders beliebt bei Fälschern seien 50- und 20-Euro-Noten. „Der neue Zwanziger war gerade bei mir im Portemonnaie angekommen, da hatte ich schon eine Fälschung auf dem Tisch“, so Wulfers. Fast zwei Drittel des gefertigten Geldes kämen aus dem Bereich Neapel, unbewusst von Touristen oder bewusst von Geldschleusern über die Grenzen gebracht. Einige der Gäste hatten die Gelegenheit, sich einmal im Erkennen von Falschgeld zu versuchen. Es stellte sich heraus, dass es gut von echten Banknoten zu unterscheiden ist – zum einen anhand der Sicherheitsmerkmale, zum anderen aber auch schon durch bloßes Fühlen: „Euroscheine haben immer eine Spannkraft“, erklärte Wulfers.

Neben dem „Talk“ kam im Verlauf der Veranstaltung aber immer wieder auch der „Topf“ zur Geltung: Gasthof-Hausherrin Susanne Wittkugel bereitete parallel zu der Runde auf dem Podium herbstliche Gerichte zu – Ofensellerie, Steckrübensuppe, Kürbis, Süßkartoffel und vieles mehr. Zusätzlich gab sie unter anderem Tipps zu Küchen- und Lebensmittelsicherheit: „Wenn das Messer richtig scharf ist, ist die Verletzungsgefahr geringer“, erklärte sie. Zudem dürfe man Fettbrände nicht mit Wasser löschen. Für eine gesunde Küche sei es derweil ratsam, auf regionale und Naturprodukte zu setzen, nach Möglichkeit frisch zu kochen, Kühlketten nicht zu unterbrechen und auf Sauberkeit zu achten. tro

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