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Aus dem Landkreis Gewalt gegen Helfer wird mehr
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Gewalt gegen Helfer wird mehr
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00:17 13.03.2019
Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis werden bei der Verbandsversammlung geehrt.  Quelle: pr.
Stadthagen/Landkreis

Es gehe "um den Schutz der Persönlichkeitsrechte und den Schutz der Kameraden.“ Das Problem mit den Gaffern und die damit verbundenen Behinderungen werden zu einer immer größeren Belastung. Schlimm sei auch die Gewalt gegen Rettungskräfte, die um 14 Prozent angestiegen sei.

Aber nicht nur die Gaffer verurteilt Grote. Er sprach sich vehement gegen Extremismus aus. „Die Feuerwehr muss und darf ihre Stimme erheben, wenn es gegen die demokratischen Grundwerte geht und diese in Gefahr sind.“ Das demokratische Grundverständnis werde in den Kinder- und Jugendwehren vermittelt.

„Feuerwehren stehen für Vielfalt und Toleranz, Migration und auch Inklusion dürften keine Fremdwörter sein.“ Für seinen Appell erntete der Kreisbrandmeister Applaus von seinen Kameraden.

In den sozialen Netzwerken dagegen habe er nicht nur „nette Äußerungen“ erfahren. „Wer provoziert, muss mit solchen Reaktion rechnen.“ Unterstützung erhielt er an dem Abend aber vom Landtagsabgeordneten Karsten Becker (SPD): Die Klarheit sei absolut richtig und wichtig.

„Angenehm überrascht“ ist Grote über die Entwicklung der Mitgliederzahlen der Feuerwehren im Landkreis. Die seien auf 3499 (567 davon weiblich) angestiegen, im Vorjahr waren es noch 3463. Seit 2015 gehen die Zahlen stetig im aktiven Bereich nach oben, stellte der Feuerwehrchef zufrieden fest. Jährlich seien das um die 40 bis 50 Kameraden.

Verluste beim Übergang in die Einsatzabteilung

„Entscheidend ist, dass es Steigerungen sind und keine abfallenden Zahlen.“ Trotzdem wolle er vor Euphorie warnen. „Wir müssen die Jugendarbeit sehr intensiv fördern und verstärken.“ Das sei auch notwendig, um einem weiteren Problem entgegenzuwirken: dem Übergang von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilungen der Feuerwehren. Hier gebe es jedes Jahr viele Verluste zu verzeichnen. „Wir müssen alles dran setzen, Kameraden zu halten“, betonte Grote. Trotz des geänderten Freizeitverhaltens und den veränderten Bedingungen in der Ausbildung.

Das Thema der gestiegenen Einsatzzahlen griff Stadthagens Bürgermeister Oliver Theiß in seiner Rede auf. 2731 Einsätze leisteten die Feuerwehren im vergangenen Jahr. Darunter waren 37 Großbrände und 1241 Hilfeleistungen. Ärgerlich seien die 665 Fehlalarme: „Die Einsätze sind stark gestiegen, damit wachsen auch die Herausforderungen für die Feuerwehrleute.“ Die Zahlen müssten wieder auf ein Level kommen, das von den Kräften zu leisten sei. „Die Stadtverwaltung hat immer ein offenes Ohr für die Feuerwehr, denn wir schätzen die Arbeit und wollen sie unterstützen.“

Verdiente Mitglieder geehrt

Auch Kreisdezernentin Andrea Stüdemann unterstrich den Stellenwert der Feuerwehr und erklärte, dass es nicht selbstverständlich sei, so viele Stunden ehrenamtlich zu leisten. Ein Dank gehe aus diesem Grund auch an die Familien, die so häufig auf ihre engagierten Verwandten verzichten müssen. Sie versicherte, dass der Landkreis auch in Zukunft die Feuerwehren unterstützen werde – auch materiell.

Die Verbandsversammlung wurde auch noch genutzt, um verdiente Mitglieder zu ehren. Das Ehrenkreuz in Silber bekamen überreicht: Dirk Dehne, Jörg Böhnke, Jörn Wille, Jens Löffler und Jörg Wunnenberg. In Bronze erhielten das Ehrenkreuz Uwe Weiland, Thomas Deppmeier, Stephan Kliver, Reinhard Möller, Markus Meier, Kai-Uwe Entorf, Frank Köpper und Christoph Schuster. Jennifer Minke-Beil