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„Ghetto-Bildung“ vermeiden

Landkreis / Asyl „Ghetto-Bildung“ vermeiden

Nach dem Unglück vor der Küste von Lampedusa ist das Thema Flüchtlingspolitik erneut in den Fokus gerückt. Nach dem Sinken eines Flüchtlingsboots wurden inzwischen 250 Leichen aus dem Meer geborgen, die Suche der Taucher dauert weiter an. Von vielen Seiten wird nun der Ruf laut, dass auch Deutschland mehr Asylsuchende aufnehmen soll.

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Versäumnis „passt ins Gesamtbild“

Eines der ehemals zwei Flüchtlingsheime in Rinteln wurde vergangenes Jahr dichtgemacht. Inzwischen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es für Schaumburg bald wieder ein Neues geben könnte.

Quelle: Archiv

Den Landkreis Schaumburg stellt die Zahl der Asylbewerber bereits heute vor große, vor allem logistische Herausforderungen. In den vergangenen Jahren ist deren Anzahl stark angestiegen. Bis 2008 waren es jährlich kaum 25 Asylbewerber für den Landkreis. Seit 2009 ging die Zahl jedoch sprunghaft nach oben. Für den Zeitraum Oktober 2013 bis Oktober 2014 wurde dem Landkreis aktuell eine Verteilungsquote von 260 Flüchtlingen zugewiesen. Von den Zugewiesenen aus dem Zeitraum davor sind 100 jedoch noch gar nicht in Schaumburg angekommen. „Es könnte also auch sein, dass wir in der nächsten Zeit mit 360 Asylbewerbern rechnen müssen“, berichtet Klaus Heimann, Sozialdezernent des Landkreises.

 Aus diesem Grund sucht der Landkreis derzeit händeringend nach Wohnungen für die ankommenden Flüchtlinge. Asylbewerberheime seien immer die letzte Lösung, da sie – im Gegensatz zu Wohnungen – die Ghettobildung fördern, so Heimann. Bei weitersteigenden Zahlen der Asylbewerber wird die Einrichtung eines zweiten Übergangsheims – zusätzlich zu dem noch bestehenden in Rinteln – aber kaum noch zu vermeiden sein, glaubt Heimann, wie er bereits in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses im Kreistag ankündigte. Etwas Konkretes steht in diesem Zusammenhang aber noch nicht fest.

 Klar sei jedoch, dass die Unterbringung in Anbetracht der gestiegenen und noch weiter steigenden Zahlen keine leichte Aufgabe sei. „Aber wir stellen uns dieser Aufgabe und sind bestrebt, jeden, der ankommt, unterzubringen“, notfalls in Notunterkünften, wenn es gar nicht anders gehe. Das gesteckte Ziel sei jedoch klar die „dezentrale Unterbringung“. „Dafür bräuchten wir aber mehr Wohnungen.“ kle

Von 25 auf 260

In der Zeit von 1995 bis 2008 schwankte die Zuweisungsziffer für Schaumburg zwischen Null und lediglich 25 pro Jahr. Danach stieg die Zahl schlagartig auf 78 im Jahr 2009, auf jeweils 139 in den Jahren 2010 und 2011 sowie auf 159 für das Jahr 2012. Von Oktober 2012 bis Oktober 2013 – die Zuweisungen werden immer für diesen Zeitraum grob festgelegt – lag die Zahl bei 212, bis Oktober 2014 sind 260 Flüchtlinge angekündigt. Die Zuweisungen haben jedoch immer nur den Charakter einer groben „Ankündigung“, die Zahlen können sich – in beide Richtungen – jederzeit ändern. kle, ssr

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