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Gras aus der Nachbarschaft

Cannabisplantagen in Schaumburg Gras aus der Nachbarschaft

Es ist ein Risiko: Dennoch nehmen es immer wieder Leute auf sich und bauen Cannabis an – auch in Schaumburg.

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Cannabisplantagen werden oft zufällig entdeckt oder nach Hinweisen.

Quelle: dpa

STADTHAGEN. Die Polizei jedoch entdeckt die Plantagen immer wieder. So wie Anfang des Jahres im Kreis Nienburg. Dort fand die Polizei auf einem Gehöft 600 Pflanzen. Immerhin 100 Cannabispflanzen spürte die Stadthäger Polizei Anfang August in einer Wohnung in der Kreisstadt auf. Polizeisprecher Axel Bergmann erklärt aber mit Blick auf die Statistik für die Jahre 2012 bis 2016: Jährlich werden im Landkreis zwischen elf und 15 Plantagen entdeckt. Damit seien die Zahlen stabil geblieben und nicht gestiegen.

Bergmann betont, dass die Niedersächsische Polizei bundesweit nach Nordrhein-Westfalen die meisten Fahndungserfolge aufweisen könne. Das sei umso beachtlicher, da es äußerst schwierig sei, einer Plantage auf die Spur zu kommen. Häufig seien Hinweise von Nachbarn notwendig. Oftmals werden Indoor-Plantagen auch zufällig während eines Polizeieinsatzes – zum Beispiel wegen Streitigkeiten oder Ruhestörung – entdeckt. Nicht selten komm es auch vor, dass ein Energieversorger einen Tipp gebe, weil ihm ein besonders großer Energieverbrauch auffällt. Eine Plantage, dazu zählt ein Anbau mit mindestens 20 Pflanzen, benötige wegen der besonderen Lampen, nicht selten 600-Watt-Natriumdampflampen. Diese brauche täglich so viel Strom wie eine Durchschnittsfamilie im halben Jahr.

Haftstrafe nicht ausgeschlossen

Nach einem Tipp setze die Polizei Polizeihubschrauber mit Wärmebildkameras ein. „Das ist ein gutes Einsatzmittel, um aus einem Anfangsverdacht einen konkreten Verdacht zu machen“, sagt Bergmann. Vor allem im Winter sei eine solche Plantage dann gut zu entdecken.

Auch wenn der Verkaufspreis von Marihuana auf dem Markt schwanke, scheint es das Risiko des Anbaus, Wert zu sein. Der Erlös sei auf jeden Fall lohnenswert, sagt Bergmann. „Den Risikofaktor muss natürlich jeder für sich abwägen.“ Letztendlich seien der Besitz von nicht geringen Mengen und ein Anbau zum Handel Straftaten. Diese könnten je nach Menge eben auch zu Haftstrafen führen – insbesondere, wenn die Person einschlägig bekannt sei. Dass der Anbau von Cannabis im Landkreis ein besonders großes Problem darstelle, sieht Bergmann derzeit nicht. In den anderen niedersächsischen Landkreisen sehe das Bild sehr ähnlich aus. jemi

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