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Aus dem Landkreis Greifvögeln droht der Hungertod
Schaumburg Landkreis Aus dem Landkreis Greifvögeln droht der Hungertod
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00:29 25.03.2018
Dieser Mäusebussard ist an der Lüdersfelder Straße verendet. Nach Einschätzung von Veterinär Florian Brandes deuten die Verletzungen an den Füßen auf einen Stromschlag hin, den er mutmaßlich auf der Oberleitung der nahe gelegenen Bahnstrecke erlitten hat. Quelle: geb
LANDKREIS

„Wenn sich die Vögel auf den Straßen auf die Suche nach Aas machen, werden sie oft überfahren“, erklärt Florian Brandes von der Wildtierstation in Sachsenhagen. Selbst von der A2 wurde kürzlich ein toter Greifvogel gemeldet. „Jetzt, am Ende des Winters, haben die Tiere ihre Reserven aufgezehrt. Die Minusgrade der vergangenen Tage vertragen sie nicht mehr“, sagt der Veterinär. Im Winter gebe es in der Auffangstation meist weniger zu tun, dennoch sei klar zu sehen, wie die halb verhungerten Vögel, die dort abgeliefert werden, vom Frost geplagt wurden. Rund 160 Tiere finden dort aktuell Schutz, die Mehrheit davon seien Vögel.

Zugvögel treffen die schweren Bedingungen in doppelter Hinsicht. Der Rote Milan, der Kranich und der Kiebitz kehren seit Ende Februar aus dem Süden zurück und wollen eigentlich zu ihren Brutplätzen in Skandinavien, teils auch am Steinhuder Meer, weiterziehen. Graureiher und Wasserrallen konnten wegen der zugefrorenen Gewässer kein Futter mehr finden.

Als privater Tierfreund Abhilfe zu schaffen, gestaltet sich laut Brandes schwierig: „Tote Küken oder Mäuse, wie sie im Zoo verfüttert werden, würden die Greifvögel durchaus nehmen. In jedem Fall müssen sie das Futter aber als Beute erkennen können. Ein Stück Hühnerbrust auf die Wiese zu legen, würde nicht helfen.“ In Futterhäuschen, selbst wenn diese groß genug wären, wagen sich Greifvögel grundsätzlich nicht, weil sie erhöhte Plattformen und offene Umgebungen bevorzugen. Einzig die Luderplätze, an denen Jäger ihre Wildreste oder totgefahrene Tiere entsorgen, seien eine willkommene Futterquelle aus Menschenhand.