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„Größte Sorge, ob Pro Diako das leisten kann“

Landkreis / Klinikum „Größte Sorge, ob Pro Diako das leisten kann“

Der Konflikt um das geplante Großklinikum Schaumburg nimmt immer schärfere Töne an: Warum keine Vertreter der Klinikum-Gesellschafter Pro Diako und des Landkreises Schaumburg anwesend seien, ist am Dienstagabend während der Podiumsveranstaltung „Was für ein Krankenhaus braucht Schaumburg?“ erstaunt gefragt worden.

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Christina Steinmann von der Bürgerinitiative fordert kompromisslos die Suche noch einem neuen Standort. © rg

Landkreis (ssr). Rund 160 Zuhörer waren zu dieser Veranstaltung des Kreisverbands der Grünen, der Gewerkschaft ver.di und der „Bürgerinitiative gegen den Klinikumstandort Vehlen“ (BI) in den Stadthäger Ratskeller gekommen.
Die Grünen-Kreisvorsitzende Marion Lenz beantwortete das namens der drei Veranstalter so: „Selbstverständlich waren die eingeladen, aber als normale Teilnehmer, nicht auf das Podium.“

Vertreter von Landkreis und Pro Diako hätten daraufhin schriftlich erklärt, sich jeder Debatte zu stellen, „aber nur unter gleichberechtigten Bedingungen, also als Vertreter auf dem Podium“, und ein Kommen abgelehnt. „Schade“, kommentierte Lenz: „Ich hätte mir gewünscht, dass die hier einfach mal zuhören, da hätten sie eine Menge lernen können, was die Bevölkerung will.“

Christina Steinmann brachte als BI-Vorsitzende die „größte Sorge“ zum Ausdruck, dass Pro Diako wegen Kapitalschwäche schon die Investition „nicht leisten“ könne. Es gebe Informationen, so ein weiterer BI-Vertreter, dass die Commerzbank als vorgesehener Kreditgeber zurückzuziehen gedenke. Daher seien bereits Verhandlungen mit dem Unternehmen Agaplesion gAG im Gange, das dem Vernehmen nach bis zu 30 Millionen Euro des Pro-Diako-Investitionsanteils von 35 Millionen Euro übernehmen solle. Das Land hat 95 Millionen Euro als Förderung zugesichert.

Dass Pro Diako auch beim Betrieb des Großklinikums dauerhaft finanzielle Probleme bekommen werde, ergänzten mehrere Podiumsteilnehmer. So kritisierte Jan Bergmann von der ver.di-Betriebsgruppe am Krankenhaus Rinteln, das Großklinikum als Schwerpunktklinik zu konzipieren sei völlig falsch. „Dieser Markt ist in unserer Region doch ringsum abgegrast.“ Der Stadthäger Allgemeinmediziner Friedhelm Henze nannte ein Beispiel: „Eine optimale Schlaganfall-Abteilung gibt es in Minden, in Vehlen so was noch mal hinzustellen, heißt Geld zu verbraten.“ Die bessere Alternative wäre „ein bestens gemanagtes Haus der Grund- und Regelversorgung.“

Betriebswirtschaftlich katastrophal negativ auswirken werde sich durch den „dezentralen Standort“ auch das Wegbleiben von Patienten aus dem Süden, Osten und Nordosten des Landkreises.

Der Bückeburger Allgemeinmediziner Andreas Schulz klagte von Pro Diako „endlich die noch ausstehende Antwort auf die Frage ein, wo die fünf Millionen Euro Steuergeld als Planungskostenzuschuss geblieben sind.“

Unter tosendem Beifall forderte Steinmann: „Es muss ein neuer Standort gesucht werden.“ Gegen den jetzigen in Vehlen werde die BI auf jeden Fall vor Gericht ziehen. Außer den genannten Aspekten sprächen gegen Vehlen vor allem auch unmäßig hohe Kosten der Erschließung und eine schlechte verkehrliche Anbindung.
Der Stadthäger ver.di-Vorsitzende Thomas Schmidt forderte einen Bürgerentscheid über das Ob und Wo eines Großklinikums.

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