Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Große Pläne für Roggen-Züchtungen

Nienstädt: Nordic Seed übernimmt Geschäfte von Monsanto Große Pläne für Roggen-Züchtungen

Pünktlich zum Endspurt in der Erntezeit hat sich in Nienstädt eine neue Agrarfirma präsentiert. Die Nordic Seed Germany GmbH hat den Geschäftsbereich Hybridroggen vom Monsanto-Konzern erworben und ist in deren ehemalige Immobilie an der Kirchhorster Straße eingezogen.

Voriger Artikel
Tierisches Erlebnis
Nächster Artikel
AfD-Streit: Hardtke wehrt sich
Quelle: dpa

NIENSTÄDT. Die Gesellschaft gehört zur dänischen Agrargenossenschaft DanishAgro. Nordic Seed züchtet unter anderem Getreide für die Herstellung von Lebensmitteln und die Industrie. Die Firma hat drei Standorte in Dänemark und den deutschen Sitz in Nienstädt. Wie Geschäftsführer Kim Bonde Petersen angibt, liegt der jährliche Gesamtumsatz bei 31 Millionen Euro. Von den 50 Angestellten arbeiten zwölf in Nienstädt. Dort wird an der Optimierung der Roggenzüchtungen gearbeitet.

„Grundsätzlich versuchen wir, Sorten für den nordeuropäischen Markt zu finden“, sagt Petersen. Dazu testet Nordic Seed seine Kulturen in den Anrainerstaaten der Ostsee und ist somit in Skandinavien, im Baltikum, Polen, Dänemark und Nord- und Ostdeutschland aktiv. Test für neue Sorten laufen an 15 Standorten in Europa. 60 000 Versuchsparzellen werden von Nordic Seed betrieben. Außerdem arbeitet das Unternehmen in diversen Kooperationen.

Weniger Abhängigkeit von Chemie als Ziel

Durch Kreuzung und Auslese soll der Roggen ertragreicher und widerstandsfähiger gegen äußere Einflüsse werden und damit auch weniger abhängig von Chemie. „Wir wollen gesunde Sorten verkaufen“, unterstreicht Petersen, der sich selbst als Landwirt versteht. „Züchtung ist Umweltschutz“, fügt der Produktionsleiter Martin Sommer hinzu. Damit distanziert sich die dänische Firma auch vom Vorgänger. „Leider hatte Monsanto einen sehr schlechten Ruf“, bedauert Züchter Gilbert Melz, der ebenso wie die anderen Mitarbeiter von Nordic Seed übernommen worden ist. „Wir haben die Absicht, uns noch zu vergrößern“, sagt der Leiter der Züchtung, Ahmed Jahoor. „Eine Stelle ist schon ausgeschrieben.“In der Erntezeit verstärkt das Unternehmen das Team außerdem mit Aushilfen.

„Wir haben in Nienstädt große Pläne“, kündigt Petersen an, „Deutschland ist ein sehr großer Markt.“ Der Züchtermarkt in der Bundesrepublik sei bisher sehr kleinteilig organisiert, wie der Marketingexperte von Nordic Seed, Laurenz Doeckel, berichtet. Sein Geschäftsführer ist sicher: „Die Zeit der kleinen Züchter ist vorbei.“
Die Landwirte sollen aber davon profitieren, und das nicht nur durch neue Züchtungen. Den Kunden stehe frei, sich für eine Mitgliedschaft in der Genossenschaft DanishAgro zu entscheiden. Niemand müsse in die Genossenschaft eintreten, aber es lohne sich schon – wegen der Dividende, sagt Petersen.   bab

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg