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„Hartz IV“: Ein Drittel sind Aufstocker

Landkreis / Job-Center „Hartz IV“: Ein Drittel sind Aufstocker

Knapp ein Drittel aller Empfänger von „Hartz IV“-Leistungen in Schaumburg, nämlich 31,4 Prozent, sind sogenannte Aufstocker. Dabei handelt es sich um Personen, die zwar berufstätig sind, deren Einkommen aber unterhalb der Bedarfsgrenze liegt und deswegen durch das Job-Center ergänzt werden muss.

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Wach- und Sicherungsdienste sind nach Auskunft des Job-Centers eine der Branchen, aus denen sich „Hartz IV“-Aufstocker rekrutieren.

Quelle: dpa

Landkreis (ssr). Nach aktuellen Zahlen des Job-Centers Schaumburg gibt es kreisweit derzeit 2850 Aufstocker. Davon sind rund 1600 geringfügig Beschäftigte, deren Einkommen unterhalb von 400 Euro liegt. Weitere etwa 1100 Personen liegen mit ihrem Einkommen oberhalb der 400-Euro-Grenze, sind also sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Gleichwohl muss auch deren Einkommen aufgestockt werden.

Dazu kommt eine kleine Gruppe von rund 150 kurzzeitig Arbeitslosen, deren Arbeitslosengeld I von der Agentur für Arbeit aus diversen Gründen aber nicht ausreicht, und vom Job-Center bis zur Bedarfsgrenze ergänzt wird.

Wie die Daten des Job-Centers zeigen, ist die Quote der Aufstocker in Schaumburg seit Jahren in etwa konstant. Die Anteile schwanken zwischen 29,3 Prozent (2007) bis zu 32,1 Prozent (2010). Nach Auskunft der Job-Center-Leitung liegt Schaumburg damit relativ genau im Bundestrend.

In absoluten Ziffern ausgedrückt sei die Zahl der Aufstocker in jüngerer Zeit sogar gesunken. Seien es 2007 noch 3050 gewesen, sind es heute 2850. Hintergrund dafür sei die insgesamt gesunkene Arbeitslosigkeit.
Die Gründe für die Notwendigkeit des Aufstockens seien vielfältig, so das Job-Center. Zumindest einen Schwerpunkt könne man aber nennen: Etwa ein Drittel der Empfänger von Ergänzungsleistungen seien im Bereich der Zeitarbeit tätig. Als Beispiele für Branchen, die teils im Niedriglohnsektor angesiedelt sind, nannten die Experten des Job-Centers die Wach- und Sicherungsdienste, den Einzelhandel und das Friseurgewerbe. Hier knüpfe die Debatte um einen Mindestlohn an.

Die Job-Center-Leitung betont aber, dass die individuellen Familienverhältnisse bei den Hintergründen für das Aufstocken eine ebenso wichtige Rolle spielen. Das gelte insbesondere für Alleinerziehende. Wer aus Gründen der Kinderbetreuung nur Teilzeitarbeit annehmen könne, also im Bereich der geringfügigen Beschäftigung tätig sei, falle häufig in den Bereich der Aufstocker hinein.

Ähnlich sei das für Familien mit mehreren Kindern, in denen das Einkommen der Eltern eine fünf- oder sechsköpfige Familie nicht ausreichend ernähren könne. Auch wenn in einer Familie mit Kindern nur ein Verdiener da sei, reiche das Geld in manchen Fällen nicht aus, obwohl der Berufstätige oberhalb des Niedriglohnsektor tätig sei. Zudem gebe es in Einzelfällen besondere Bedarfslagen, etwa was die Wohnsituation angehe.

Das Job-Center macht es sich nach eigenem Bekunden zur Aufgabe, in vielen Fällen durch individuelle Beratung die Lage der Betroffenen zu verbessern. Zum Beispiel werde eruiert, ob sich eine geringfügige nicht doch in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung umwandeln lasse.

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