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Heftiger Gegenwind für Tennet

Landrat und Bürgermeister machen gegen Netzbetreiber mobil Heftiger Gegenwind für Tennet

Schaumburgs Bürgermeister und die Kreisverwaltung machen mobil: Sie wollen das bisherige Vorgehen des Netzbetreibers Tennet in Sachen Südlink nicht weiter hinnehmen.

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Quelle: Archiv

Von Benjamin Schrader

Landkreis. „Wir wollen wissen, auf welcher Grundlage die Entscheidung für den sogenannten Grobkorridor Mitte-West beruht“, ergänzt Landrat Jörg Farr. „Wir wollen daher keine kleinräumige Diskussion um Details, wir wollen die Trasse selbst hinterfragen“, so Farr weiter.

Diese Intransparenz bemängeln Landrat und der Erste Kreisrat Klaus Heimann auch in anderer Hinsicht. „Wir wir erst im Oktober davon erfahren, dass eine Alternativroute durch den Landkreis führen soll“, betont Heimann. Vor diesem Hintergrund habe er sich auch seinen Kollegen bei der Hamelner Erklärung angeschlossen, erklärt Farr. Am vergangenen Freitag hatten 17 Vertreter aus der Politik eine Forderung verabschiedet, dass der Antrag des Südlink-Betreibers Tennet von den zuständigen Behörden sorgfältig und kritisch geprüft werden solle.

„Ich bin dabei nicht grundsätzlich gegen den Netzausbau“, führt der Landrat weiter aus, „aber ich kann sehr wohl die Kriterien der bisherigen Entscheidungsfindung hinterfragen.“ Schließlich könne es nicht angehen, dass möglicherweise allein finanzielle Interessen des Betreibers den Ausschlag für einen Korridor geben und Umweltschutz oder Interessen von Anwohner hintan gestellt werden.

Um die Vorbehalte in Schaumburg zu bündeln, hatte die Kreisverwaltung vor wenigen Tagen die Bürgermeister Stadthagens, der betroffenen Samtgemeinden Sachsenhagen, Rodenberg, Nenndorf Niedernwöhren und Lindhorst sowie der Gemeinde Auetal jüngst zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. „Da auch die Vertreter der Mitgliedsgemeinden angesprochen worden waren, war es eine große Runde, zumal auch zwei Mitarbeiter von Tennet dabei waren, um die Planungen für den Südlink vorzustellen“, erzählt der Kreissprecher. Bei diesem Treffen seien die Vorbehalte der Bürgermeister gegen die Trasse quer durch den Osten des Landkreises sehr deutlich geworden. „Es hat großer Unmut geherrscht.“

Vor diesem Hintergrund will der Landkreis jetzt eine Raumwiderstandsanalyse aufstellen, so Farr und Heimann weiter. „Wir wollen dabei alle Fakten, die wie gegen die Stromleitung sprechen, zusammentragen“, schildert der Kreissprecher. Dazu können laut Heimann etwa Bedenken hinsichtlich des Umweltschutzes, Risiken für Anwohner und touristische Interesse zählen. „Wir wollen auch eine mögliche Erdverkabelung ansprechen.“

Die Verantwortlichen im Kreishaus wollen zur Unterstützung ihrer Ziele auch die Bürger mit ins Boot holen: „Wir planen für den 13. Januar in der Zeit von 17 bis 20 Uhr eine öffentliche Veranstaltung, damit möglichst viele Betroffene über die Stromtrasse informiert sind“, sagt Heimann. Als Veranstaltungsorte schweben Landrat Farr die Wandelhalle in Bad Nenndorf oder das Sägewerk in Lauenau vor. „Anders als Tennet wollen wir keine Karten auslegen, uns schwebt eine Podiumsdiskussion vor“, umreißt Farr die Planungen.

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