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Plattdeutsches Wörterbuch von Hermann Rickenberg Platt-Varianten zum Durchblättern

Eine wertvolle Fleißarbeit ist in den vergangenen zehn Jahren ganz im Verborgenen entstanden. Der heute 74-jährige Hermann Rickenberg aus Feggendorf sammelte plattdeutsche Begriffe - 3000 allein in seinem Heimatort.

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Fleißarbeit aus Feggendorf: Hermann Rickenberg hat ein plattdeutsches Wörterbuch und einen Erzählband herausgegeben. 

Quelle: nah

Landkreis. Über die Schaumburger Landschaft aber wurden ihm auch etliche Wörter aus den Orten Gelldorf, Dankersen, Probsthagen, Hagenburg und Seggebruch zugänglich. Diese ergänzte er mit den eigenen Forschungen zu einem umfangreichen Werk.

Doch Platt ist nicht gleich Platt. Während in seiner Feggendorfer Heimat die Sprachweise eher der des Calenberger Lands entspricht, hat der gleiche Begriff im Westen oder Süden von Schaumburg mitunter einen ganz anderen Klang. Dies in Schriftform zu bringen, war keine leichte Aufgabe. Der gelernte Elektriker verzweifelte mitunter selbst, die jeweilige örtliche Aussprache auf Papier zu bringen. Jetzt aber stehen die unterschiedlichen Wortschöpfungen der genannten sechs Orte nebeneinander und lassen den Vergleich zu. So ist zum Beispiel das Schmöäken eines Rauchers nur einige Dörfer weiter bereits ein Smöken.

Was Rickenberg besonders verblüffte: Selbst innerhalb eines Dorfes - und dafür fand er schon in der eigenen Umgebung genug Beispiele – gibt es für den gleichen hochdeutschen Begriff zwei Platt-Versionen: Eilig kann in Feggendorf äilich oder auch hille sein. Wenn Leute am hiesigen Gartenzaun etwas miteinander besprechen, so ist dies Bespräken oder gar ein Bekürn. Der Zweig am Baum bietet mit Twäich, Broaken oder Spriker sogar drei Übersetzungsmöglichkeiten. Rickenberg ist sich sicher, dass sich solche Kuriositäten in anderen Regionen ebenfalls finden lassen.

Ob sein Wörterbuch das Plattdeutsche vor dem Aussterben bewahren kann, lässt er selbst offen. Aber ein wenig will er dazu beitragen, dass die Ursprache der hiesigen Bevölkerung nicht völlig in Vergessenheit gerät. Schließlich sei das Hochdeutsche nur importiert und etwa ab 1828 in den Schulen gelehrt worden.

Seine persönliche Freude an der plattdeutschen Sprache dokumentiert Rickenberg mit einem zweiten Buch voller Erzählungen aus dem Alltag, mit Redewendungen, Rätseln und Reimen. Und damit ein etwaiger sprachunkundiger Leser nicht verzweifelt, lieferte er die hochdeutsche Übersetzung gleich mit. Bei seiner plattdeutschen Version von „Max und Moritz“ aber wäre das natürlich nicht notwendig gewesen.

Rickenbergs plattdeutsche Bücher sind mit finanzieller Unterstützung von Sparkasse, Volksbank, Schaumburger Landschaft und Flecken Lauenau nur in sehr kleiner Auflage erschienen und kosten 26 beziehungsweise 22 Euro. Vorrätig sind die Bücher in den Lauenauer Filialen der Geldinstitute, können aber auch direkt über andere Schaumburger Geschäftsstellen von Sparkasse und Volksbank bestellt werden. nah

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