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Herr der Hennen

Stadthagen Herr der Hennen

Einmal ist es passiert, in der Schule: Nico Bottin hat über sein Hobby gesprochen und der Gegenüber hat lauthals losgeprustet. Allzu gewöhnlich ist es eben nicht, wenn ein 16-Jähriger Geflügel züchtet.

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Der Anblick gesperberter Antwerpener Bartzwerge hat Nico zum Züchter gemacht.

Quelle: jcp

Stadthagen. Von seinem Hobby hat Nico sich durch die gemeine Reaktion aber nicht abbringen lassen. „Das sind dann Leute, die den ganzen Tag vor dem Computer sitzen“, sagt er und zuckt die Schultern. Selbst jetzt, in der Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann, wird die Zeit für seine Tiere nicht knapp.

 Füttern und Pflegen, den Stall sauber machen: „Das versteht vielleicht nicht jeder, aber für mich ist das Entspannung im Feierabend“, erklärt Nico. Manchmal setze er sich auf einen Gartenstuhl zwischen die Tiere in den Stall. „Dann kommen sie und setzen sich auf meine Schultern“, sagt Nico.

 An die Geflügelzucht hat ihn der Vater herangeführt. Nico: „Der hatte auch immer Hühner, aber nicht für Wettbewerbe, sondern einfach nur so.“ Der zweifache Kreismeister dagegen ist seit 2009 Mitglied im Geflügelzuchtverein Stadthagen und Umgebung, stellt sich regelmäßig dem Vergleich mit anderen Züchtern.

 Der Verein dürfte froh sein, dass er Nico hat. Zwischen dem 16-Jährigen und dem nächstjüngeren Mitglied liegt ein knappes Vierteljahrhundert.

 Durch den Vater, sagt Nico, hat er „die Tiere eigentlich schon immer gehabt“. Seine Vereinskarriere begann aber erst 2008. Bei der alljährlichen Ausstellung in Vornhagen gewannen die Antwerpener Bartzwerge seine Aufmerksamkeit. Vor allem die sogenannten gesperberten hatten es ihm angetan. Gesperbert: Der Laie, erklärt Nico schmunzelnd, „würde sagen, die sind schwarzweiß“.

 Nicos jüngster Preis ist der des Jugendsiegers im Stadthäger Geflügelzuchtverein. Den hat er sich mit einem schwarzen Zwerg-Italiener gesichert, an dem Nico auch die Kunst des Züchtens verdeutlicht. Das sei nämlich etwas anderes als die Tiere „einfach nur“ zu halten. Zwerg-Italiener haben nach Züchter-Standards gelbe Beine, wofür dem Futter zum Beispiel geölte Karotten beigemengt werden müssen.

 „Mit Küken“ hält der Junge aus Vornhagen etwa 200 Tiere. Mit dem Züchten aufzuhören ist für ihn keine Option, trotz gelegentlicher Rückschläge – wenn zum Beispiel ein gehegtes und gepflegtes Tier einen Tag vor der großen Ausstellung in den Krallen des Habichts endet. „Und zum Ende der Schule wurde es extrem stressig, wegen der Prüfungen“, erinnert sich Nico. In dieser Zeit habe aber der Vater ausgeholfen.

 Von seinem seltenen Hobby abgesehen ist Nico ein recht gewöhnlicher Teenager. Mit seinen Freunden zieht er gern um die Häuser. Seine Freunde fahren Mountainbike, schrauben an Autos, einer ist DJ. Nico: „Und wenn jemand Fragen zu Tieren hat, fragt er meist zuerst mich.“ jcp

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